"Chichén Itzá" ist ein Hybrid aus Eurogame- und Ameritrash-Spielen für 2–4 Personen ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von 90–150 Minuten, in dem wir durch das Besiegen von Monstern, Gebietskontrolle und das Sammeln von Edelsteinen versuchen, die meisten Siegpunkte zu erlangen.

Autor: Stefan Feld
Illustrationen: Markus Erdt
Verlag: Queen Games
Über "Chichén Itzá" kann man, glaube ich, sehr viel schreiben. Wahrscheinlich sollte man das auch, um dem Spiel gerecht zu werden. Zunächst sei gesagt: "Das Spiel traut sich was.“
Alleine das ist sicher kein Qualitätsmerkmal. Hier werden einfach zwei eigentlich grundsätzlich gegensätzliche Genres kombiniert. Aktuellere Spiele, die Würfelglück und strategische Planung kombiniert haben, sind zum Beispiel "Rock Hard“, das für mich persönlich komplett durchgefallen ist, und "Andromeda´s Edge", welches uns durch seine Taktikkarten wenigstens etwas Kontrolle über die Würfel lässt.
Nun wagt Stefan Feld die Kombination aus klar deterministischen Spielmechaniken und dem puren Würfelglück. Ich habe das Spiel nun zweieinhalb Mal gespielt und zwischen sechs und sieben Stunden ohne Regelerklärung am Tisch mit "Chichén Itzá" verbracht. Ich habe dreimal haushoch gewonnen. Das könnte mein Urteilsvermögen trüben, allerdings versuche ich, möglichst neutral zu berichten.
Die Hauptphase von "Chichén Itzá" besteht aus dem Einsetzen unserer Marker, um damit Aktionen auszuführen. Die möglichen Aktionen werden zufällig in einem Raster zueinander angeordnet. Zudem werden in jeder der sechs Runden die Kosten der Aktionen neu ermittelt. Eine Aktion hat zwei mögliche Kosten. Die erste Person, die eine Aktion wählt, zahlt den niedrigeren Preis. Jede darauf folgende Person zahlt dann den höheren Preis. Das gleiche Aktionsfeld darf von mir in einer Runde nicht erneut gewählt werden.
Diese Grundmechanik ist stark verknüpft mit Zielen, die offen ausliegen und uns Bonuspunkte geben, wenn wir sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen. So sollen wir spezielle Monster erlegen, bestimmte Gebiete erobern und halten, Geldvorräte anhäufen oder Edelsteine sammeln.
So müssen wir nicht nur unser Geld im Auge behalten, sondern auch in sinnvoller Reihenfolge austarieren, wann wir was machen und zu welchem Preis. Wir können neue Truppen einsetzen oder bewegen, unsere Kampfstärke erhöhen, Gebiete ausspähen, kriegerische Absichten erklären, die Tempelleiste erklimmen, Verbesserungen, Zauberkarten oder Endsiegbedingungen erhalten und kämpfen.
Wenn ihr euch meine Fotos anseht, ahnt ihr vielleicht schon, dass die Aktionsauswahl erst die Spitze des Eisbergs war. Das stimmt. Ich werde den Bericht in drei Teile aufteilen. Der nächste befasst sich mit dem Kampf und der Ameritrash-Komponente des Spiels.
Hier geht es zum Podcast, in dem ich auch über "Chichén Itzá" und über weitere "Queen Games“-Neuheiten spreche.
Alle Bilder zeigen Prototypenmaterial.
