Eine Hand voll Spielspaß: drei schnelle kleine Spiele
Im Rahmen eines Spiele-Events konnten wir die kommenden / aktuellen Neuheiten des Verlags FunBot ausprobieren. Dabei spielten wir die Titel „Katzensprung“, „Flossen weg“ und „Milch mit Abführmitteln“. Jeweils sehr unterschiedliche Spiele mit der Gemeinsamkeit: kleine Box und schnelle Spielzeit. Diese kleinen Boxen haben es dabei durchaus in sich!
Katzensprung

„Katzensprung“, das Spiel des Autoren Bernard Cabarrou, ist ein schnelles Spiel für 2-6 Personen ab acht Jahren. Es ist bei funbot erschienen.
So funktioniert Katzensprung
Jede Person startet mit fünf Handkarten. Die erste ausgespielte Karte bestimmt die Regel für den nächsten Zug (z. B. gleiche Zahl, höhere Karte oder gleiche Farbe). Im Zug darf man eine oder mehrere Karten mit Gemeinsamkeit ausspielen, wobei nur eine die aktuelle Bedingung erfüllen muss. Wer vier passende Karten gleichzeitig legt, darf eine verdeckt in den Kuschelkorb für Extrapunkte geben. Das Spiel endet entweder sofort durch ein „glückliches Katzenfinale“ mit fünf Karten auf einmal oder, wenn alle Karten ausgespielt sind und der Nachziehstapel leer ist – dann gewinnt die Person mit den meisten Punkten.

Meinung von Daniel
"Katzensprung" ist schnell gespielt und bietet genug Eigenständigkeit mit seiner Mischung aus Stichspiel / Bedingung erfüllen und Karten sammeln. Wer sich hier merken kann und will, welche Karten bereits gespielt wurden, kann sogar leicht taktisch spielen. Aber auch das Spielen ohne Nachhalten im Kopf macht Spaß. Sehr lobenswert sind die Karten, die fantastisch illustriert wurden. Nach der Partie legten wir die Karten nicht weg, sondern suchten die versteckten Katzen. Das Spiel erhält von mir eine klare Empfehlung.
Meinung von Philipp
Ein kleines, buntes und süßes Spiel, wie es im Buche steht. Es ist sehr simpel, hat aber dennoch mehr zu bieten als UNO & Co. Natürlich ist viel Glück mit im Spiel, man kann aber schon mehr oder weniger clever agieren. So kann man starke Karten auf der Hand behalten, um sie im richtigen Moment zu spielen, wenn klar ist, dass die anderen darauf nicht reagieren können. Auch die Auswahl, welche Karten man bis in die Endrunde mitnimmt, ist durchaus etwas Planung wert. Viele Karten im mittleren Bereich könnten schließlich unspielbar sein, falls die Mitspielenden Karten mit hohen oder niedrigen Anforderungen übrig haben.
Trotzdem gibt es auch etwas seltsame Mechanismen, wie eine extra Punktebelohnung dafür, dass man vier Karten auf einmal ablegen kann. Das hilft der Person, die am meisten Glück hat und wahrscheinlich sowieso schon führt.
Besonders gefallen mir die Illustrationen mit den versteckten Katzen. Das wertet das Spiel für mich als Katzenfreund noch einmal auf. Hat zwar mit dem Spiel nichts zu tun, ist aber trotzdem einfach knuffig.
Flossen Weg!

Auch „Flossen weg!“ ist bereits bei funbot erschienen und sorgt für ein heiteres Spielerleben am Spieltisch. Das Spiel von Kenta Murayama richtet sich an 3-6 Personen ab acht Jahren, die Spaß an chaotischen Spielen haben.
In diesem Spiel gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte sammelt. Reihum zieht ihr Karten, schaut sie euch geheim an, legt sie auf den Tisch und platziert einen Finger darauf. Nach und nach entstehen so mehrere Kartenstapel, zwischen denen ihr eure Finger bewegen könnt. Am Ende jeder Runde behält die letzte Person mit einem Finger auf einer Karte diese – mit Punkten, aber auch möglichen Minuspunkten. Neben Fischen gibt es Pinguin-Räuber (Abzüge) sowie Aktionskarten, die Karten entfernen oder Fingerbewegungen erzwingen. Eine besondere Ereigniskarte bringt +6 Punkte, kann aber mit einer zweiten zusammen plötzlich -3 Punkte wert sein.

Meinung von Philipp
Ja, was soll man zu einem Spiel noch schreiben, das sich als “Twister mit Fingern” beschreiben lässt? Es ist ziemlich bekloppt, aber in der passenden Runde und Stimmung auch sehr lustig. Die Karten und Effekte werden da nebensächlich. Ich gebe keine Karte freiwillig her, meine Finger bleiben drauf! Und wenn ich dann die nächste Karte vom Stapel nur mit dem Zeigefinger aufdecken muss, dann ist das eben so! Da in unserer Test-Gruppe alle so gedacht haben, blieben viele Karten bis zum Ende übrig - und wurden dementsprechend nicht gewertet.
Wir haben viel gelacht, aber noch einmal muss ich das wohl nicht haben. Vielleicht mit ein oder zwei Bierchen zu viel. Die Karteneffekte sind völlig zufällig, was dem Spiel aber keinen Abbruch tut. Denn um die Punkte geht es bei der Fingerschlacht wohl nicht so sehr.

Meinung von Daniel
Bei „Flossen weg!“ ist das Chaos schon vorprogrammiert. Wir starten recht schnell und am Anfang ist es leicht möglich, sich mit seinen Fingern an allen Karten zu entscheiden.
Doch mit zunehmender Spielzeit und mit mehr verknoteten Fingern wurde es immer schwerer, gierig zu bleiben. Irgendwann muss die Entscheidung getroffen werden, welche Karte losgelassen werden kann. Doch bei dem Wust an Karten und Fingern auf dem Tisch ist es schwer, den Überblick zu halten und so kann es schnell passieren, dass Karten vertauscht werden und die eigene Minuskarte bei einem landet.
Auch bei diesem Spiel hatten wir eine mehr als heitere Spielzeit und ich würde jederzeit erneut mitspielen. Dieses Spiel ist ein richtiger Eisbrecher, ein Spiel, das die Laune hebt und die Menschen sprichwörtlich zusammenbringt. Wenn mein Daumen nicht noch immer Muskelkater hätte von der Partie, würde er klar noch oben zeigen für dieses witzige Spiel.
Milch mit Abführmittel

„Milch mit Abführmittel“ erscheint im Oktober 2025 bei funbot. Das Spiel des Autoren Jae Hyoung Cho richtet sich an 3-6 Personen ab acht Jahren und lässt euch den Frust ausleben, den dreiste WG-Mitbewohnerinnen und Mitbewohner bei euch ausgelöst haben. Wir versuchen, die Personen zu erwischen, die immer wieder unsere Milch leer trinken. Womit? Natürlich mit Abführmittel!
In diesem Spiel geht es deswegen darum, Milch mit dem „kleines Extra“ zu versehen. Jede Person legt verdeckt Karten in Reihen (Milch kaltstellen) oder deckt Reihen mit mindestens drei Karten auf (Milch trinken). Dabei gibt es Pluspunkte für Milch und Minuspunkte für Abführmittel. Sobald jemand viermal getrunken hat, endet die Partie. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Meinung von Philipp
Als uns das Spiel auf dem Event vorgestellt wurde, dachte ich zunächst, dass ich mich beim Namen verhört hätte. „Was für Abführmittel??“ fragte irgendjemand aus unserer Runde ungläubig. Bereits nach der Erklärung des Themas und der simplen Spielregel wurde mir dann aber schnell klar, dass das Spiel gar nicht so scheiße werden würde wie der Genuss des titelgebenden Gemisches.
Das Thema ist einfach super gut getroffen. Die meisten können sich die Situation in einer stereotypischen Studi-WG wahrscheinlich gut vorstellen, in der einem ständig die eigene Milch oder andere Lebensmittel geklaut werden. Das Spiel ist dann sehr simpel, aber trotzdem ganz unterhaltsam. Das Thema erhöht die Schadenfreude noch, die man empfindet, wenn Mitspielende die angereicherten Kartenpakete aufnehmen und einen ordentlichen Haufen an braunen Minuspunkten erhalten. Kleine taktische Manöver sind durch die Sonderkarten, die einem Karten anderer Personen in die Hand geben, auch möglich. Wo welche Karte dann wohl ist, ist natürlich oft Glückssache und man muss auf das eigene Bauchgefühl vertrauen, was dann natürlich öfter mal in die Hose geht… Haha. Ok, jetzt habe ich alle doofen Wortspiele verbraucht.
Insgesamt ist es ein überraschend nettes Spiel, das zwischendurch sicher für einige Lacher sorgen wird.

Meinung von Daniel
„Bitte, was für ein Spiel?“ war der erste Gedanke, den ich hatte, als ich von Milch mit Abführmittel hörte. Die Regeln waren ruckzuck erklärt und schon bei den ersten Karten, die ich ausspielte, erfüllt mich eine diebische Freude, den anderen am Tisch ordentlich Abführmittel einzuschenken. Wir hatten riesig viel Spaß mit dem Spiel und ich freue mich schon jetzt auf die Veröffentlichung! Wer chaotische Kartenspiele mag, angereichert mit Schadenfreude, der muss sich dieses Spiel anschauen.
Ein Extralob gibt es von mir übrigens für die fantastische Verpackung. Das zeigt, neben den guten Holztoken, dass hier mit Liebe zum Detail gearbeitet wurde.
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