Pegasus Neuheiten 2025 - XXL Übersicht
Wie in jedem Jahr lud uns der Pegasus Spiele Verlag nur wenige Wochen vor der SPIEL Messe 2025 in Essen wieder zu ihrem Neuheiten Pressetag ein.
Dort konnten wir im Rahmen des gut geplanten Tagesprogramms verschiedene Neuheiten in offenen Spielrunden, aber auch von Autoren betreuten Vorstellungsrunden kennenlernen.

Boss Fighters QR
Eines der Highlights war das kooperative Familienspiel "Boss Fighters QR" in welchem die Spieler sich zunächst durch Auswahl von Heldentyp und Klasse jeweils ein Deck zusammenstellen, mit welchem sie dann gegen einen von zehn appgesteuerten Bossen antreten. Die von den Helden gespielten Karten werden dabei mittels QR Codes eingescannt und von der App auf das Spielgeschehen angewandt.
Die gelungene Mischung aus Abstimmung unter den Spielern bezüglich der Strategie für die aktuelle Runde und den überraschenden Ereignissen, welche die Angriffe auf den Boss auslösen, konnte alle Mitspieler in den Bann ziehen und noch lange über die Spielzeit hinaus begeistern. Eine detaillierte Rezension von uns wird in Kürze hier auf Brettspiel-News erscheinen.

Skybridge
"Skybridge" heißt das neue Kennerspiel von Deep Print Games und wurde uns auf dem Pressetag von den Autoren Michael Rieneck und Franz Vohwinkel persönlich vorgestellt. Wir befinden uns thematisch auf einer Hohlwelt, die in ihrer Mitte einen verheißungsvollen grünen Planeten aufweist, welchen wir durch den Bau einer Skybridge zu erreichen suchen. Die Spieler verkörpern dabei bis zu vier asymmetrische Völker, die, während sie Rohstoffe für den Brückenbau sammeln, ihre militärische Position stärken und die Götter für sich gewinnen wollen. Denn nur wer die größte Macht (Siegpunkte) erringen kann, wird am Ende den neu erreichten Planeten beherrschen.
Jeder Zug besteht aus fünf Schritten: Karte aus der zentralen Auslage wählen, Handkarte an das eigene Tableau anlegen, sichtbare Karteneffekte auslösen, Brückenbau durchführen und Kartenhand prüfen. Die Kartenauswahl wird zusätzlich durch einen stapelspezifischen Ressourcen-Bonus beeinflusst, während man beim Auslegen sehr genau überlegen muss, welche Symbole man gegebenenfalls überdecken möchte. Das Auslösen der Karteneffekte erfolgt dann in beliebiger Reihenfolge und beeinflusst ebenso den Erfolg des eigenen Spielzugs, da hierbei ausgespielte Götterkarten ebenfalls Symbole überdecken können. Sobald ein Spieler den Bau eines Brückenelements begonnen hat, sollten alle nachfolgenden Spieler ebenfalls an diesem Element mitbauen, da es am Ende der Runde automatisch fertiggestellt wird und nur daran beteiligte Spieler Siegpunkte erhalten. Erst am Spielende werden dann je Spieler die Siegpunkte aus Brückenbau, Militärtrack und Spielertableau zusammenaddiert und so der mächtigste Spieler ermittelt.
Manuel's Meinung: Für mich ist "Skybridge" ein grübellastiges Mangelspiel mit hoher Downtime-Anfälligkeit, bei welchem es sich häufig so anfühlt, als ob man eher auf die Züge seiner Vorgänger in einer Runde reagiert als selbst agiert. Denn lediglich als aktueller Startspieler stehen einem sämtliche ausliegenden Optionen zur Verfügung, welche dann mit jedem Spieler immer weniger werden und so ein Vorausplanen des eigenen Zugs fast unmöglich machen, bevor man selbst an der Reihe ist.

Dorf Romantik – Leichtes Gepäck
Mit „Dorf Romantik – Leichtes Gepäck“ kommt eine kompakte Version des zum Spiel des Jahres 2023 gekrönten Dorfromantik – Das Brettspiel heraus. Diese kompakte Version bieten einen leichten Einstieg in die Dorfromantikwelt und ist ein geeigneter Begleiter zum Mitnehmen.
Fertig ich habe
Mit "Fertig ich habe" erscheint dieses Jahr eine Standalone Erweiterung des letztjährigen Überraschungstitels "Ich habe fertig". Während das Originalspiel noch mit nur einer Karte mit "Legacy"-Effekt aufwartete, enthält der aktuelle Titel gleich mehrere davon, die aber auch nicht alle ganz so endgültig sind. Die neuen Karteneffekte sind dabei wieder einmal überraschend, bieten aber auch nette Synergieeffekte mit den Karten des Originalspiels.
Wer in "Ich habe fertig" bereits alles gesehen hat und es in seinen Spielrunden deshalb nicht mehr auf den Tisch bringt, kann mit der neuen Version wieder frischen Wind reinbringen. Wobei wir aber auch hier das Problem sehen, dass das Spiel nur so lange interessant bleibt, wie man neue Leute dafür gewinnen kann.
Magic Maze Pocket
Wer Magic Maze nicht kennt, hat nun mit der kompakten Variante "Magic Maze Pocket" die Möglichkeit, den Klassiker überall mit hin zu nehmen. Wo das Brettspiel mit dickem Kartonmaterial aufwartet, finden sich hier Karten gleicher Größe. Das Spielprinzip wurde dabei nicht verändert und alle Plättchen des Ursprungsspiels liegen als Karten bei. Die Sanduhr wurde jedoch durch eine App und der überdimensionierte "Tu Was" Pöppel durch Fingerklopfen ersetzt, wodurch nur noch ca. ein Viertel der ursprünglichen Schachtelgröße benötigt wird.
Während das Spiel seinen hektisch aufregenden Charakter beibehält und die App ein Übersehen des abgelaufenen Timers effektiv verhindert, mussten wir jedoch leider auch feststellen, dass die Karten auf einem glatten Tisch leichter verrutschen und so ein häufigeres Nachjustieren benötigen.

2 Win
Bei "2 Win" erhält zu Spielbeginn jeder neun Handkarten mit Zahlen von eins bis zehn. In jeder Runde werden zwei Karten ausgespielt, die zusammen eine zweistellige Zahl ergeben, welche höher sein muss als die zuvor gespielte Zahl. Werden beim Ausspielen bestimmte Kriterien erfüllt (z.B. Pasch, gleichfarbige 3er-Reihe, höchste Zahl am Tisch, etc.) erhält man neue Handkarten hinzu. Derjenige, der am längsten neue Zahlenpaare ausspielen kann, gewinnt das Spiel.
Das schnell gespielte Familienspiel konnte bei uns viele Emotionen wecken, während wir mit Glück und noch mehr Schadenfreude um neue Handkarten wetteiferten und gleichzeitig versuchten, die eigene Zahlenreihe so langsam wie möglich wachsen zu lassen. Doch wie soll man gewinnen, wenn einem nach der grünen 55 nur noch eine rot-gelbe 89 oder gelb-blaue 99 zur Verfügung steht... naja, vielleicht haben die anderen noch schlechtere Karten.

Paws Up
Für die Freunde süßer Haustiere hat Pegasus "Paws Up" im Portfolio. Wir starten mit je 5 putzig illustrierten Handkarten mit den Werten eins bis vier und sechs, von denen alle Mitspieler in jeder Runde zunächst geheim eine Karte auswählen und dann ausspielen. In absteigender Reihenfolge der gespielten Karten wählt jeder aus drei ausliegenden Karten eine aus und tauscht sie mit seiner gespielten Karte. Durch das Ersetzen der eigenen Handkarten kann man zum einen höhere Werte erhalten, aber auch zwei verschiedene Symbole je Karte. Wer nach seinem Zug drei gleiche Symbole vorzeigen kann, erhält eine entsprechende Wertungskarte. Je früher das gelingt, desto höher ist der Wert der erhaltenen Wertungskarte, da die Wertigkeit der Karten abnimmt. Da man jede Wertungskarte jedoch nur einmal erhalten kann, bedarf es geschickter Planung, um seine Handkarten für die anderen Wertungskarten anzupassen.
Das SetCollection Spiel mit den drolligen Illustrationen von Katzen, Hunden und Hamstern ist mit 13 Runden schnell gespielt, bietet teilweise knifflige Entscheidungen und entlockt nicht nur Haustierliebhabern die Aussage: "...och wie süß".

Very Dead Dinos
Im Familienspiel "Very Dead Dinos" wählt zu Spielbeginn jeder eine Dinokarte mit unterschiedlicher Spezialfähigkeit und erhält dann in jeder Runde geheim eine zufällige Katastrophenkarte. Ist man an der Reihe, kann man seine Katastrophenkarte entweder behalten, mit der offenen Karte in der Tischmitte bzw. dem nachfolgenden Spieler tauschen. Wer am Ende der Runde die Katastrophe mit der kleinsten Zahl besitzt und nicht durch Effekte der ausliegenden Katastrophenkarten geschützt ist, verliert Lebenspunkte. Wer zuerst alle seine Lebenspunkte verloren hat, stirbt aus und verliert das Spiel.
Spielmechanisch erinnert "Very Dead Dinos" an das bekannte Love Letter, bei welchem man ebenfalls versucht, die geheimen Zahlen auf den Händen der Mitspieler abzuschätzen und so die eigene Gewinnchance zu verbessern. Da man hier jedoch nur eine Runde spielt, kann man über die behaltenen Karten der Mitspieler nur spekulieren, womit das Spiel zum reinen Glücksspiel verkommt.

Tricky Traders
"Tricky Traders" bringt uns in die Welt der Händler. Zwei Handelsgilden ringen in diesem 2 Personen Kennerspiel um Kunden, die Marktherrschaft und das Abdrängen der Konkurrenz.
Als gegnerische Handelsgilden verfolgen wir 2 Ziele, zum einen wollen wir erfolgreiche Marktstände unterstützen, zum anderen wollen wir einen Marktstand sabotieren. Während 3 Markttagen haben wir die Möglichkeit, diese Ziele durch das Bewegen von Kunden, Ratten und Persönlichkeiten zu beeinflussen und dadurch unseren Ruhm zu steigern. Am Ende des dritten Markttages wird geschaut, wem das besser gelungen ist und somit den meisten Ruhm und damit die Marktherrschaft erreicht hat.

Bohemians
Ende des 19ten Jahrhunderts verschlägt es uns als angehende Künstler nach Paris. Dort suchen wir nach Inspiration und versuchen uns in der Kunstwelt einen Namen zu machen, ohne dabei in Armut abzurutschen. „Bohemians“ ist ein Deckbuilder Spiel für 1-4 Personen. Wir planen jeden unserer Tage durch das Auslegen von 4 Karten und müssen uns jeden Tag auf´s Neue entscheiden, ob wir uns nur der Kunst widmen oder vielleicht doch auch arbeiten gehen, um nicht zu verhungern. Wer sich dazu entscheidet, nicht arbeiten zu gehen, muss die Konsequenzen hierfür tragen und erhält eine Leidenskarte, welche einem Nachteile im weiteren Spielverlauf bringt. Die Karten haben links und rechts Symbole, welche uns Inspiration (die Währung in „Bohemians“) bringen, wenn wir es schaffen, gleiche Symbole aneinander zu legen. Für Inspiration können wir uns am Ende des Tages neue Karten für unser Deck, wie z.B. Musenkarten oder im besten Fall Erfolgskarten kaufen. Denn hierum geht's, wem es zuerst gelingt, 4 oder 5 Erfolgskarten zu haben, hat es geschafft, sich einen Namen in der Kunstwelt zu machen.
Wandee’s Meinung: "Bohemians" ist ein anspruchsvolles Deckbuilding-Spiel, das gut die Atmosphäre der Künstlerviertel in Paris widerspiegelt. Wer dem Spiel noch mehr Flair verleihen möchte, kann sich von seinen gespielten Karten inspirieren lassen und den anderen von seinem Tagwerk erzählen und somit das Spiel noch thematischer gestalten.

Deckers
Im Deckbuilding-Expertentitel "Deckers" übernehmen wir die Rollen von Hackern, die gemeinsam versuchen, in ein System einzudringen und es zu vernichten. Dazu ist es notwendig, dass wir verschiedene Ziele in einer bestimmten Reihenfolge erfüllen und uns allen auftretenden Hindernissen entgegenstellen. Besonderheiten dabei sind, dass wir die asymmetrischen Fähigkeiten unserer Hacker in beliebiger Spielerreihenfolge ausführen dürfen und außerdem unsere Fähigkeiten während unserer Züge durch Upgrades verbessern können, um so möglichst effizient die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Nach insgesamt drei Zügen je Hacker schlägt das System jedoch zunächst zurück, bevor die Erfüllung der Ziele geprüft wird.
"Deckers" stellt uns vor ein spannendes Rätsel, in welchem wir nicht nur unsere Karten effizient einsetzen müssen, sondern auch die Spielerreihenfolge so auslegen, dass möglichst große Synergieeffekte eintreten. Das Erlernen dieser Mechaniken stellt die große Herausforderung dar, welche durch die dynamischen Effekte des Spielablaufs in jeder Partie abwechslungsreich bleibt. Eine weitere Herausforderung ist die umfangreiche Symbolsprache des Spiels, welche zunächst verinnerlicht werden muss, bevor ein effizientes Spielen möglich wird.

Light Speed Arena
„Light Speed Arena“ ist ein rasantes und manchmal etwas chaotisches Weltraumspiel, in welchem wir schnell unsere Raumschiffe positionieren, um möglichst viele Treffer bei gegnerischen Raumschiffen oder Meteoriten zu landen. Raumschiffe schießen Laserstrahlen in gerader Linie und treffen, wenn sich gegnerische Raumschiffe oder Meteoriten auf dieser Linie befinden, aber auch eigene Raumschiffe werden so getroffen. Wenn alle Raumschiffe positioniert sind, werden die Raumschiffe in aufsteigender Reihenfolge abgehandelt. Mit der begleitenden App wird das Spielfeld nach jeder Partie einfach gescannt: Treffer, zerstörte Schiffe und gesammelte Ressourcen werden automatisch erkannt. Das Ergebnis ist somit schnell ermittelt und kann auf dem Bildschirm abgelesen werden, sodass eine aufwändige Spielauswertung nicht nötig ist. Wer die meisten Punkte erreicht, gewinnt. Eine Partie ist wirklich kurz, da für das Einsetzen der Raumschiffe maximal 10 Sekunden Zeit zur Verfügung stehen. Schnell sind alle Raumschiffe gesetzt, um im Anschluss gemeinsam den Kampfverlauf, der uns durch die App präsentiert wird, anzuschauen. Wir hatten viel Spaß in der kurzen und chaotischen Weltraumschlacht und meist wird es nicht bei nur einer Partie bleiben, da im späteren Spielverlauf durchaus auch taktische Überlegungen mit einfließen können, wenn die Spielmechaniken verinnerlicht sind.

Dice Pool Party
„Dice Pool Party“ ist eine kurzweilige und lustige Kniffel-Variante. In dem schön gestalteten Spielkarton, der wie ein Pool aussieht, werden die Würfel geworfen, dann haben alle kurz Zeit, sich das Würfelergebnis anzuschauen, bevor es mit dem Schachteldeckel abgedeckt wird. Jetzt müssen sich alle entscheiden, welche Kategorie sie werten wollen. Beispielsweise nur die blauen Würfel oder nur die gewürfelten 5er. Danach wird kontrolliert, wie viele Punkte jeder erreicht hat.

Silverfrost
„Silverfrost“ ist ein eigenständiges Spiel in der Welt von Everdell. Es soll etwas anspruchsvoller als seine Vorgänger sein. Es gehört zur Reihe Am Rande der Karte und stellt euch das Land an der südlichen Grenze Everdells vor.
Weitere Neuheiten
Auch hatten wir die Gelegenheit, einen schnellen Blick auf weitere Herbstneuheiten wie Forestry, Ghostbumpers, die deutsche Version von Compile, Lone Wolfs, die Erweiterung The Vale of Eternity - Flüche, Thebai und Torten Träume sowie einige neue Hidden Games Fälle zu werfen.

Viel zu schnell ging ein Tag voll neuer Eindrücke, netter Spielpartien und interessanten Einblicken in die Welt von Pegasus zu Ende. Wir freuen uns auf einen interessanten Spiele-Herbst.
Eure Wandee & Manuel
Tags: Spiel25

