1589

Die Werwölfe wollen es nochmal wissen: Das neue Powerwolf-Spiel im Ersteindruck

Ein Brettspiel als Band-Merch? Das hat die deutsche Power-Metal Band Powerwolf bereits in der Vergangenheit mit dem Brettspiel Armata Strigoi umgesetzt, hier findet ihr unseren Testbericht dazu. Auf der SPIEL in Essen konnte nun das nächste Brettspiel im Powerwolf-Universum angespielt werden, welches sich am Song 1589 der Band orientiert und deswegen auch den gleichen Namen trägt. 

Designt wurde das Spiel von Eriko Burigo und Paolo Vallerga und es erscheint am 28.10.2025, das Datum spielt tatsächlich eine Rolle, aber dazu später mehr. 

 

Worum geht es im Song 1589 von Powerwolf?

Das hier ist zwar ein Brettspiel-Artikel, es ist trotzdem wichtig, sich vorher mit dem Song 1589 der Metalband näher zu befassen, da das Thema und die Story des Brettspiels zu einem großen Teil auf dem Song basieren. 

Und die Story des Songs ist gar nicht mal so uninteressant: Es geht um Peter Stump, der im 16. Jahrhundert in Bedburg in der Nähe von Köln gelebt haben soll und später als “der Werwolf von Bedburg” in die Geschichte einging. Stump wurde 1589 angeklagt, durch einen Pakt mit dem Teufel zum Werwolf geworden zu sein und mehrere Kinder und schwangere Frauen getötet und gefressen zu haben. Hier seht ihr das Musikvideo zu 1589: 

Unter starker Folter gestand Stump irgendwann die ihm angelasteten Taten und wurde öffentlichkeitswirksam am 28.10.1589 in Bedburg hingerichtet. Das ist auch der Grund, weshalb das Brettspiel genau an diesem Tag erscheint, am 436sten Todestag von Stump. Auch wenn es bis heute nicht final geklärt ist, ob sich der Prozess wirklich ereignet hat, gilt er als der bedeutendste Werwolf-Prozess des 16. Jahrhunderts und inspirierte verschiedene Geschichten und Gemälde. 

 

Das bietet das Brettspiel

Für die Brettspiel-Umsetzung des Stoffes wurde die Geschichte leicht angepasst: Auf dem Marktplatz einer Stadt soll eine junge Frau verbrannt werden, die der Hexerei beschuldigt wird. Die fünf Bandmitglieder, die in ihrem eigenen Universum als Werwölfe auftreten, die sich als Priester tarnen, wollen das verhindern und müssen die Hinrichtung lang genug verzögern, um den Zorn der Stadtbewohner verrauchen zu lassen. 

 

Hierzu müssen die Power-Wölfe an verschiedenen Stationen unterschiedliche Aktionen ausführen, die den Fortschritt der Hinrichtung hinausschieben. So können unsere Helden Fackeln löschen, die aufgebrachte Menge beruhigen, Feuerholz vom Scheiterhaufen stehlen oder den Jäger vertreiben. Außerdem kann der örtliche Priester denunziert werden, um Beweise gegen ihn zu sammeln, sind genug Beweise zusammen, gewinnen die Werwölfe und damit die Spieler die Partie. Alternativ ist das Spiel gewonnen, wenn nach Ablauf der achten Spielrunde die Hinrichtung noch nicht stattgefunden hat. 

Die Spieler verlieren das Spiel, wenn: 

  • Alle Stadtbewohner den Marktplatz erreichen
  • Der Jäger den Marktplatz erreicht
  • Alle Fackeln in der Stadt brennen
  • 7 Bündel Feuerholz auf dem Scheiterhaufen liegen

So läuft ein Zug ab

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Jeder Spieler wählt eine Aktionskarte aus seiner Hand und legt sie verdeckt vor sich ab. Auf jeder Aktionskarte ist eins der Bandmitglieder und das Symbol einer der fünf möglichen Aktionen abgebildet. Anschließend können an die Karten auch List-Karten angelegt werden, die Effekte der Aktion verstärken können. Anschließend werden alle Karten aufgedeckt und auf die Aktionsleiste auf dem Spielbrett auf den Platz des jeweiligen Mitglieds gelegt. Wurde ein Mitglied mehr als einmal gespielt, entscheidet der Startspieler, welche Karte auf die Leiste gelegt wird. Nachdem die Aktionen durchgeführt wurden, werden die negativen Effekte durchgeführt, die ebenfalls auf den Aktionskarten stehen und die nächste Runde beginnt. 

 

Erster Eindruck: Schönes Spiel, aber etwas zu viel Glück

Das Spiel macht vielen anderen Spielen mit Lizenz echte Konkurrenz. Es wirkt nicht wie ein seichter Cashgrab, um Fans Geld aus der Tasche zu ziehen, Powerwolf gehört zu den erfolgreichsten Metal-Bands der Welt, sondern als hätte der Song als Inspiration gedient, um ein vollwertiges Brettspiel mit eigener Idee zu entwickeln. 

Ein großes Problem gibt es dann aber doch: Der Glücksfaktor während des Spiels ist extrem hoch und die Interaktion zwischen den Spielenden sehr klein. Wenn Aktions- und List-Karten einfach nicht zueinander passen wollen, hat man einfach Pech. Es gibt leider keine Möglichkeit, seine Hand zu erneuern oder Karten mit anderen Spielern zu tauschen. Trotz des kooperativen Charakters des Spiels fühlt es sich also nicht so an, als würde man wirklich mit den anderen Leuten am Tisch zusammen spielen. 

 

Quellen

BGG

Tags: Kooperativ, Abenteuer, Fantasy, Lizenz

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