Erster Eindruck zu „Pulitzer“: Brettspiel über Journalismus, Skandale und den Kampf um den Pulitzer-Preis
Das Kennerspiel Pulitzer wirft die Spieler in ein spannendes und noch recht wenig bedientes Setting: Journalismus. Die relevanteste Story gewinnt am Schluss von 8 Spielrunden den begehrten Pulitzer-Preis und natürlich auch das Spiel. Wir haben die englische Version auf der SPIEL in Essen ausprobiert. Autor des Spiels ist David Vaquero, illustriert wurde es von Juan David Vargas.
So spielt sich Pulitzer
In dem kompetitiven Workerplacement-Spiel leiten wir eine Zeitungsredaktion in den 1970er-Jahren, also zu den Zeiten der großen Zeitungsskandale wie Watergate. Gespielt wird über 8 Runden, die sich jeweils in zwei Phasen unterteilen.
In der ersten Phase platzieren die Spieler nacheinander ihre Journalisten auf dem Spielplan, der in verschiedene Sektoren unterteilt ist. Jeder Spieler erhält zu Beginn fünf Journalisten mit den Werten 1-5, die die Erfahrung der Journalisten darstellen.
- Im Newsroom platzierte Journalisten generieren Geld, je nachdem, auf welchem der vier Genres sie platziert werden. Die Geldwerte schwanken dabei jede Runde zwischen 100 und 300. Zudem können die Spieler verschiedene Bonuseffekte erhalten, wenn sie in einer Reihe oder Spalte die meiste Journalisten-Erfahrung platziert haben.
- In Bussen platzierte Journalisten führen eine Recherche durch und generieren so Hinweis-Karten. Je mehr Karten gezogen werden dürfen, desto mehr Geld müssen die Spieler für die Recherche ausgeben.
- Im Archiv platzierte Journalisten unterstützen die durchgeführte Recherche mit zusätzlichen Hinweisen
- Außerdem können Journalisten Feierabend-Jobs annehmen, um Spezialkarten zu bekommen.
Neben den Journalisten können auch Anfragen-Marker platziert werden, mit denen verschiedene Verstärkungsplättchen oder neue Journalisten gekauft werden können.
Nachdem alle Journalisten platziert wurden, wird die Runde aufgelöst und die Werte auf der Rückseite der Figuren enthüllt und jeder Sektor des Spielbretts abgehandelt.
Das Hinweis-Brett: ein schickes Gimmick
Ein großes Alleinstellungsmerkmal von Pulitzer ist das Hinweis-Brett, auf dem mit Reißzwecken und einem Faden verschiedene Hinweise, die durch die Recherchen gewonnen wurden, miteinander verbunden werden können. Damit man nicht einfach wahllos die einzelnen Hinweise miteinander verknüpft, erhält jeder Spieler einen geheime Zielkarte, auf der bestimmte Hinweise hell hervorgehoben sind. Zum Schluss des Spiels müssen mindestens fünf dieser Symbole miteinander verbunden sein, sonst haben die Spieler die Anforderungen an das Pulitzer-Kommitee nicht erfüllt und scheiden aus.
Welche Symbole angepinnt werden dürfen, entscheidet sich über die Hinweis-Karten und die Erfahrung des Journalisten, der die Recherche durchgeführt hat.
Erster Eindruck: große Kluft zwischen Thema und Spielmechanik
Auch wenn das Spielmaterial den Eindruck erweckt, dass es zu einem großen Teil auf dem Hinweis-Brett stattfindet und man sich seine Hinweise mühsam einzeln zusammensuchen muss, täuscht das extrem. Denn im Grunde ist das Brett auch nichts anderes als ein Tool, mit dem man sich möglichst viele Siegpunkte für das Spielende erspielen will. Es steckt insgesamt sehr wenig Thema in Pulitzer. Es ist ein eher abstrakter Worker-Placer, der eine interessante Idee hat, aber viel zu wenig daraus macht.
Quellen
Tags: Worker Placement, Kennerspiel




