Looten bis der Boss fällt – Aktueller Kickstarter Lord of Loot auf dem Prüfstand
"Lord of Loot" ist ein kooperatives Abenteuerspiel für 1–5 Personen ab 8 Jahren mit einer Spieldauer von 60–90 Minuten, in dem wir Aufgaben erfüllen müssen, um schließlich die Endgegner besiegen zu können.
Alle Bilder zeigen Prototypenmaterial. Dieser Prototyp wurde uns kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Autor: Philipp K. Berger
Verlag: PKB Games
Zugegeben, die ersten beiden Partien "Lord of Loot" haben bei mir nicht nur positive Emotionen hervorgerufen. Ich habe zunächst nur mit meiner zehnjährigen Tochter und dann nur mit meiner Frau gespielt. Das erste Spiel endete mit zwei leichten Bossen mit einer herben Niederlage an der Zeitvorgabe. Das zweite Spiel, mit einem leichten und einem mittelschweren Boss, endete durch die vom Spiel vorgegebene Zeit und durch Würfelpech auch mit einer Niederlage. Allerdings sehr knapp. Da fragt man sich natürlich: „Wie soll das Spiel mit zwei schweren Bossen schaffbar sein?"
Grundlegend ist es so, dass wir zu Spielbeginn zwei Endbosse auswählen, die in irgendeiner Form Aufgaben mit sich bringen. So müssen wir zum Beispiel Hobbits, nein, Gnome, daran hindern, einen Vulkan zu erreichen, oder den Bewohnern des Landes ihre Haustiere zurückbringen. Manche Aufgaben legen den Fokus aufs Leveln, andere aufs Looten oder auch einfach auf das Erkunden des Landes.
Hier gibt es einige Parallelen mit "Andor Junior", einem meiner liebsten Familienspiele. Bei "Andor Junior" müssen wir auch zunächst mit Aktionspunkten und Würfelwürfen im Kampf Aufgaben erfüllen und die unbekannte Spielwelt erkunden, um dann die abschließende Aufgabe zu erfüllen. Gerade mit Erweiterung ist dies ein absolut empfehlenswertes Spiel, meiner Meinung nach.

Was man festhalten kann, ist, dass "Lord of Loot" recht geradlinig im Design ist. Das konnte ich daran feststellen, dass zwischen zwei Spielen die Messe Spiel 2025 in Essen war, auf der ich eine Menge Spiele erklärt und auch selbst gespielt habe. "Lord of Loot" konnte ich danach aber schnell wieder auf den Tisch bringen, ohne lange das Regelheft studieren zu müssen. Die Spielmechanik wurde stark geschliffen, sodass das Spiel sich nicht in Regeln verliert. Das Kampfsystem ist sehr simpel gehalten, indem wir einfach Schilde und Schwerter gegeneinander abgleichen. Trotzdem können wir mit Zaubern und Loot zusätzlich in den Kampf eingreifen. Zudem sind die sechs verschiedenen Aktionen an sich sehr intuitiv.
Aber um auf den Anfang zurückzukommen: Mit vier Helden und Heldinnen auf dem Spielbrett wandelt sich das Spiel plötzlich in das, was es sein soll. Ein spaßiges Abenteuerspiel. Wir erkunden, sind gefühlt nicht so unter Druck und können die Stärken der Heldinnen und Helden kooperativ abwägen, um die Aufgaben effizient zu erfüllen. Auch dass die Monsteraktivierung bei 4 und 5 Personen nur nach jeder zweiten Heldin stattfindet, macht das Spiel entspannter und lässt mehr Freiheit zum Erkunden. Ich glaube, es sollte einfach der Schwierigkeitsgrad bei niedriger Personenzahl überarbeitet werden.
Mit vier Personen wurde mehr gesammelt und auch die verschiedenen Zauber und Waffen konnten durch die Tausch-Aktionen besser verwendet werden. Es war einfach ein runderes Spielerlebnis, dass mir wirklich Spaß gemacht hat. Generell macht das Ziehen von Loot aus den Beuteln Spaß und ist immer mit einer gewissen Spannung verbunden. Ihr könnt "Lord of Loot" noch einige Zeit auf Kickstarter unterstützen.
Update:
Nach Rücksprache und meinem Feedback hat Phillipp, der Autor, Folgendes geschrieben:
Dein Feedback, dass das Spiel vor allem mit zwei Spielern zu schwierig ist, haben wir mittlerweile mehrfach bekommen und passen es auch in den Regeln an. Wir machen zum Beispiel deutlicher, wie man das Spiel einfacher gestalten kann, haben neue Spielkomponenten beigelegt (blaue Karten statt rote Karten) etc. In der Standardschwierigkeit haben wir das Spiel mit Absicht so gestaltet, dass es eine Herausforderung ist, es zu schaffen, und sich dadurch wirklich wie ein Achievement anfühlt, wenn man es endlich mal geschafft hat. … Wir haben aber aus dem Feedback gelernt, dass das für viele Spieler, die mit einer anderen Erwartung rangehen (besonders relevant mit Kindern), eher ein Frustfaktor sein kann. Wie gesagt haben wir das angepasst. Um das Spiel leichter zu machen, kann man zum Beispiel nur mit einem Boss spielen, eine weitere braune Karte mit reinnehmen oder die roten Karten durch blaue ersetzen. Um das Spiel schwerer zu machen, kann man die Teufelchen dazunehmen oder schwerere Bosse wählen.
Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von der Kampagne machen.
Hier findet ihr meinen ersten Bericht zum Spiel.
Quelle:
BGG
Tags: Crowdfunding, Abenteuer, Würfelspiel, Kickstarter, Lord of Loot, Leveln, Andor Junior, Loot


