Viele Optionen, keine Downtime - Aber ist Erde wirklich nur zufälliger Punktesalat?
"Erde" ist ein Aktionsauswahl-, Enginebuilding- und Tableaubau-Spiel für 1–5 Personen ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von etwa 30 Minuten pro Person, in dem wir unsere Insel mit Pflanzen bevölkern.

Autor: Maxime Tardif
Illustrationen: M81 Studio, Conor McGoey, Yulia Sozonik, Kenneth Spond
Verlag: Inside Up Games, Skellig Games
Alles beginnt mit unserem Spieltableau und einem leeren Tisch. Neben unserem Tableau wollen wir eine Insel aus 4 × 4 Karten erschaffen. In unserem Zug haben wir die Wahl aus 4 Aktionen. Diese können uns Karten ziehen, auslegen oder abwerfen lassen. Zudem können wir neue Karten oder die titelgebende "Erde" erhalten, die als Zahlungsmittel gilt.
Es gibt verschiedene Arten von Karten. Die wichtigsten Kartenarten sind die Terrain-Karten, welche uns dauerhafte Vorteile oder alternative Möglichkeiten, zu punkten, ermöglichen, und Pflanzen. Pflanzen können wachsen oder Sprossen austreiben. Dieses wird mit Holzmarkern symbolisiert, die ebenfalls wieder zu einer Ressource werden können. Zudem haben die Pflanzen Aktionsfarben, die unsere gewählten Aktionen erweitern.
Bei "Erde" haben wir immer etwas zu tun, denn die von uns gewählte Aktion betrifft alle Personen am Tisch. Zuerst wird die Hauptaktion ausgewählt. Dann aktivieren alle Personen am Tisch ebenfalls diese Aktion in abgeschwächter Form. Zusätzlich aktivieren danach alle ihre farblich passenden Pflanzen. So kommt keine Downtime auf.
Einer der größten Kritikpunkte von vielen Personen an "Erde" ist, dass alles irgendwie Punkte bringt. Das ist vollkommen richtig. Allerdings hat eine Person nachher mehr Punkte als andere und das ist kein Zufall. Und noch weniger einfach nur Glück. Es gilt, das richtige Terrain für seine Pflanzen zu wählen. Zudem geben Faunakarten ebenfalls Bonuspunkte, auf die hingespielt werden kann. Somit steht das sinnvolle Ausspielen der unglaublichen Fülle an Karten im Vordergrund. Wenn man dem Spiel nämlich eines nicht vorwerfen kann, dann ist es ein Mangel an Optionen. Handkarten sind auch eine Art Ressource und je nach Spielstil hat man wirklich viele davon zur Verfügung. Hier einen Überblick zu behalten, kann in der ersten Partie schon etwas überfordern. Aber hier entsteht genau der Reiz, aus diesen vielfältigen Möglichkeiten die gewinnbringendsten herauszufiltern.
"Erde" ist für mich ein spannendes Wohlfühlspiel, das zugegebenermaßen recht solitär gespielt wird, auch wenn meine Aktionen immer einen Effekt auf alle haben. Im Spiel zu zweit kann mit etwas Spielerfahrung aber sehr taktisch gespielt werden, da man erkennt, wie sich die eigene gewählte Aktion auf die mitspielende Person auswirkt. Mit vielen Personen am Tisch entfällt diese passive Interaktion eher, da es kaum möglich ist, einen Überblick zu behalten. Trotzdem macht mir das "Puzzeln“ der eigenen Insel Spaß. Es ist immer wieder schön, sich eine funktionierende Engine aus Wechselwirkungen der eigenen Ressourcen aufzubauen, die am Ende viele Siegpunkte gibt. "Erde" ist in meinem Spieleregal fest verwurzelt.
Hier findet ihr den Test von Deniz.
Quelle:
Instagram (pruem_spielt)
Tags: Tableaubau, Enginebuilder, Aktionsauswahl, Erde



