Böse, gemein, lustig – Erziehungswahnsinn als satirisches Kartenspiel
"Arschlochkind" ist ein satirisches gemeines Kartenspiel für 3–6 Personen ab 16 Jahren mit einer Spieldauer von 30–45 Minuten, in dem wir versuchen, unser eigenes Kind zu verziehen und positiv auf die Kinder der anderen Personen am Tisch einzuwirken.

Autor/in: Jerome Müller, Angela Vögtli
Illustrationen: Brainfart.ch
Verlag: Kampfhummel Spiele GmbH
Zu Spielbeginn erhalten alle ein Kind mit vier Eigenschaften wie Gesundheit und Liebe. Das eigene Kind wollen wir während des Spiels möglichst stark verderben. Zudem erhalten wir noch Handkarten, die uns die Kinder manipulieren lassen, dies verhindern oder Aktionen, die das Spielgeschehen anderweitig beeinflussen.
Alle Karten sind transparent. Dadurch werden nur die Eigenschaften der Kinder überdeckt, wenn wir sie "erziehen". Die Erziehungskarten sind positiv oder negativ. Positive Karten spielen wir im besten Fall auf andere Kinder, negative auf unsere eigenen. Wir spielen drei Lebensphasen der Kinder, welche jeweils eine Wertung haben. Die Lebensphasen werden dabei immer extremer, in ihren Ausprägungen und der Art, wie wir schlechten Einfluss ausüben können.
So gilt es, immer im Auge zu behalten, welches Kind der anderen Personen am Tisch gerade am stärksten verzogen ist, denn dagegen sollten wir vorgehen. Schließlich wollen wir selbst die verzogenste Göre haben. Durch die "Dagegen-Karten" können wir eine Einflussnahme auf Kinder unterbinden. So gilt es tatsächlich auch, zu taktieren und immer abzuschätzen, wann es sinnvoll ist, "dagegen" zu sein.
"Arschlochkind" muss in einer lockeren Runde gespielt werden, die derben Humor versteht. Dann kann das Spiel zünden und auch kleine Lebensgeschichten erzählen:
So ist mein Karl zum Beispiel unter der Treppe groß geworden und seine Eltern haben alle seine Weihnachtsgeschenke bei eBay verkauft. Später hat er ein Auslandssemester gemacht und wurde dort von einer Prostituierten entjungfert.
Rein mechanisch betrachtet ist "Arschlochkind" keine Offenbarung. Schließlich geht es nur um das Manipulieren der Werte der Kinder. Tatsächlich kann hier ein kluges Spielen der eigenen Karten zur rechten Zeit allerdings ausschlaggebend sein und ist nicht nur pures Glück.
"Arschlochkind" will mit Humor genommen werden und hat sehr überschaubare Regeln. So ist es ein netter Absacker, bei dem hoffentlich viel gelacht wird, auch wenn es eigentlich nur darum geht, die anderen zu ärgern. Mittlerweile ist sogar schon ein Nachfolgetitel erschienen: "Arschlochmensch", der aktuell auf BGG sogar etwas besser bewertet ist. Allerdings hat er auch bedeutend weniger Bewertungen, sodass sich die Bewertung noch ändern kann.
Quellen:
Instagram (quality_thomas)
Falls ihr eigene Erfahrungen mit den Spielen habt oder etwas kommentieren wollt, könnt ihr das gerne auf meinem Instagram-Kanal tun.
Tags: Kartenspiel, Take That!, Arschlochkind

