Deckbau trifft Dorfbau - Warum Vikings Gone Wild trotz seines Alters frisch wirkt
"Vikings Gone Wild" ist ein konfrontatives Deckbuilding-Spiel für 2–4 Personen ab 10 Jahren mit einer Spieldauer von 60–120 Minuten, in dem wir unser Dorf aufbauen und unsere Gegner angreifen.

Autor: Julien Vergonjeanne
Illustrationen: Mateusz Komada
Verlag: Corax Games, Lucky Duck Games
Oft stellt sich die Frage, ob alte Spiele auch heute noch Relevanz haben. "Vikings Gone Wild" ist von 2016 und wurde 2017 auf Deutsch übersetzt. Somit sind dem Spiel schon eine Menge Deckbuilder gefolgt. Vor allem wird das Aufbauen und Optimieren der eigenen Karten oft mit anderen Mechaniken wie Bewegung oder dem Einsetzen von Arbeitern kombiniert. Das Deckbuilding steuert also andere Mechaniken. "Vikings Gone Wild" teilt sich in zwei Bereiche: den Aufbau des eigenen Dorfs mit der daraus resultierenden Rohstoffproduktion und den Aufbau des Decks. Das ist auch heute noch eine interessante und keinesfalls oft verwendete Mechanikenteilung, wodurch das Spiel keinesfalls angestaubt wirkt. 
Sind wir am Zug, können wir unsere Handkarten ausspielen, um Aktionen auszuführen. Wie bei den meisten Deckbuilding-Spielen starten wir alle mit dem gleichen Deck und verbessern dieses. So können wir zu Spielbeginn noch nicht viel abseits der Standardaktionen machen. Haben wir Angriffskarten auf der Hand, greifen wir den Gegner auf dem Spielbrett an, um ihm Ressourcen zu klauen. Später fokussieren wir die Angriffe auf die anderen Wikinger am Tisch. Haben wir Bier oder Gold auf der Hand, können wir damit neue Karten kaufen, um unser Deck zu verbessern ODER (und das hebt "Vikings Gone Wild“ z. B. von "Dominion" ab) Gebäude, die wir in unser Dorf spielen.
Gebäude produzieren Bier oder Gold und können dieses auch lagern. Manche lassen uns mehr Karten ziehen oder diese über mehrere Spielzüge behalten. Zudem sind sie die Ziele von Angriffen. Denn ein erfolgreich angegriffenes Gebäude gibt uns Siegpunkte. Je mehr Angriffe erfolgreich sind, desto mehr Siegpunkte erhalten wir.
Jede Person hat auch persönliche Ziele, die es zu erreichen gilt, um zusätzliche Siegpunkte zu erhalten.
Erreichen wir eine bestimmte Anzahl Siegpunkte oder schaffen einen sehr starken Angriff, erhalten wir besonders starke Karten. Obwohl wir uns in "Vikings Gone Wild" ständig angreifen, schafft es das Spiel mit seinem Regeldesign, niemanden zu frusten. Auch erfolgreiche Verteidigungen werden mit Siegpunkten honoriert. So entsteht ein tolles interaktives Spiel, welches zumindest im Grundspiel nicht zu komplex wird.
Die Erweiterung "Meister der Elemente" kommt mit einem Tableau, auf dem der Meister der Elemente und Artefakte platziert werden, und bringt neben Bier und Gold 3 weitere Ressourcen, die Elemente, ins Spiel. Der Meister erschafft uns Elemente und mit den Artefakten können wir diese nutzen, um besondere Effekte zu wirken. Die Artefakte werden zu Spielbeginn gedraftet, sodass jede Person ihre Fähigkeiten nach eigenem Belieben zusammenstellen kann.
Neben den Artefakten gibt es nun auch Einheiten, die wir mit Elementen verstärken können. Zudem können wir mit Elementen angreifen und verteidigen. Die Elemente sind mit unseren Gebäuden verknüpft. So sollten wir schnell das Dorf ausbauen, um mehrere Elemente speichern zu können.
"Meister der Elemente" macht viel mit dem Spiel. Zum einen starten wir alle mit asymmetrischen Fähigkeiten. Zum anderen bringt die Abwägung, welche Elemente wir erschaffen, eine neue Spieltiefe, die das Spiel aber nicht bedeutend komplexer macht. Dadurch, dass wir mehr bedenken müssen, kann ein Zug schon etwas länger dauern. Da wir aber auch mehr Möglichkeiten haben, schreitet das Spiel zügiger voran.
Es gibt auch die Möglichkeit, den Meister der Elemente mit Göttern auszutauschen, die alle eigene Fähigkeiten besitzen. So wird das Spiel noch asymmetrischer. Auch die neuen Karten, die wir kaufen können, sind interessant und erweitern das Spiel sinnvoll.
"Meister der Elemente" ist eine rundum gelungene Erweiterung. Sie erhöht den Wiederspielreiz deutlich. Die Komplexität steigt, macht das Spiel aber nicht kompliziert. Zudem gibt es mehr Karten von allen Arten, die es zu entdecken gilt. Echt empfehlenswert. Wenn man das Grundspiel mag, wird man mit dieser Erweiterung noch mehr Spaß haben.
Hier findet ihr den Test von Daniel aus dem Jahr 2017.
Quellen:
Instagram (quality_thomas)
Instagram (quality_thomas)
Solltet ihr das Spiel bereits gespielt haben und ich habe es in den Himmel gelobt, obwohl es in euren Augen vollkommener Mist ist, oder habe ich es völlig zu Unrecht zerrissen, schreibt mich auf Instagram an. Auch sonst könnt ihr mich gerne kontaktieren. Den Link findet ihr unter der Quelle.
Tags: Deckbauspiel, Ressourcenmanagement, Vikings Gone Wild, konfrontativ


