Wenn der Zauber ausbleibt - Warum mich Wizard nicht packt
"Wizard" ist ein Stichspiel für 3–6 Personen ab 10 Jahren, in dem wir in meistens viel zu langer Spielzeit versuchen, die Menge unserer zukünftigen Stiche vorherzusagen.

Autor: Ken Fisher
Illustrationen: Franz Vohwinkel
Verlag: AMIGO
Ich weiß nicht, ob "Wizard" der Urvater der Stichspiele ist, aber es ist mittlerweile über 40 Jahre alt und bekommt immer noch Neuauflagen. Das ist beachtlich und liegt sicher an der einfachen Zugänglichkeit.
Den meisten Personen muss ich "Wizard" oder Stichspiele kaum erklären. Tatsächlich war 2025 aber das Jahr meiner ersten "Wizard"-Partie. Und das, obwohl ich in den letzten 3 Jahren im Schnitt jeden Monat 14 NEUE Spiele gespielt habe. Man könnte also meinen, ich hätte mich bewusst von "Wizard“ ferngehalten.
"Wizard" profitiert stark von Spielerfahrung. Wir müssen unsere Hand lesen können und unsere Chancen ausrechnen. Eine Person spielt eine Karte auf und alle, die können, müssen diese Farbe bedienen, also die gleiche Farbe spielen. Die höchste Karte der aufgespielten Farbe gewinnt, es sei denn, jemand spielt einen "Wizard", der immer den Stich gewinnt. Haben wir unsere Hand richtig interpretiert und sinnvoll Karten ausgespielt, ist es tatsächlich möglich, die Anzahl der eigenen Stiche vorherzusagen.
In seinen 40-jährigen Bann hat mich "Wizard" aber nicht ziehen können. Das Spiel geht über furchtbar viele Runden, die das eigentlich nette Absackerspiel viel zu lang hinziehen. Hier zeigt sich sicher wieder, wie schwer es ist, Brettspiele objektiv zu beurteilen. Schließlich lieben ganze Generationen dieses Kartenspiel. Klar kann man es spielen, mir fehlt aber die Motivation für eine weitere Partie. Es gibt in letzter Zeit eine wahrlich übertriebene Flut an Stichspielen. Vor einiger Zeit dachte ich noch, ich würde Stichspiele genau so wenig mögen wie soziale Deduktion. Doch mittlerweile konnte ich einige Stichspiele spielen, die dem puren Stechen von "Wizard" noch etwas Interessantes hinzufügen. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass mich das zwanghafte Bedienen stört. Viel cooler ist es, wenn ich nicht bedienen muss. Das macht ein Spiel natürlich weniger mathematisch und weniger vorhersehbar. Aber gerade diese beiden Faktoren schaffen für viele Leute den Reiz von "Wizard". Ich fange damit nicht viel an.
Wer gerne stundenlang unthematische, mathematische Kartenspiele spielt, wird hier seine wahre Freude haben.
Ich versuche nun, weitere 40 Jahre Abstand zu halten.
Quelle:
Instagram (quality_thomas)
Solltet ihr das Spiel bereits gespielt haben und ich habe es in den Himmel gelobt, obwohl es in euren Augen vollkommener Mist ist, oder habe ich es völlig zu Unrecht zerrissen, schreibt mich auf Instagram an. Auch sonst könnt ihr mich gerne kontaktieren. Den Link findet ihr unter der Quelle.
Tags: Kartenspiel, Stichspiel, Wizard


