30 Jahre später: Erstes Command & Conquer: Red Alert Brettspiel ohne Lizenz?
Der bisher unbekannte Verlag Wolf Storm hat ein Spiel angekündigt, das sehr stark an die gute alte Videospiel-Serie Command & Conquer erinnert. Wer diese kennt und Red Alert hört, kann an gar nichts anderes denken. Wir schauen schon mal aus der Ferne, was das Brettspiel mit dem Videospiel zu tun hat.
Autor des Spiels ist Krešimir Turčić und es soll dieses Jahr per Gamefound finanziert werden. Das Spiel richtet sich an 1—6 Personen ab 14 Jahren und bietet eine Spielzeit von schnellen 90 bis üppigen 300 Minuten. Die Nähe zum Videospiel streitet der Verlag in der Beschreibung des Spiels überhaupt nicht ab, aber sie haben keine Lizenz und müssen sich so an die Vorlage anlehnen.
So wollen sie an die „goldene Ära der RTS-Spiele“ rankommen, bieten eine alternative Geschichte und Tesla-Waffen. Für die jungen Leser unter euch: das hat nichts mit Autos zu tun.
Es sind gleich mehrere Erweiterungen angekündigt die ebenfalls bekannten Settings in das Spiel bringen sollen. Die Cover und Erweiterungen sind in diesen Beitrag eingebettet.

Das bietet das Spiel laut Verlag
Red Alert: New World Order ist ein strategisches Brettspiel in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, das die explosive, überdrehte Kriegsführung klassischer Echtzeit-Strategiespiele einfängt. Die Spieler befehligen mächtige Fraktionen, bauen weitläufige Basen, verwalten Ressourcen und setzen mächtige Einheiten und Strukturen ein - von Panzerdivisionen bis hin zu Tesla-Waffen - in einem Wettlauf um seltene Mineralien mit wechselnden Allianzen.
Red Alert: New World Order wurde für 1-6 Spieler entwickelt und verbindet Territorialkontrolle, Basisbau und Tech-Tree-Fortschritt zu einem tiefgreifenden taktischen Tabletop-Erlebnis. Sie ernten Ressourcen, setzen Panzer und Lufteinheiten ein und rüsten Ihr Arsenal mit experimentellen Superwaffen auf. Egal, ob Sie sich für die Alliierten oder den Sowjetblock entscheiden, Ihr Weg zum Sieg besteht darin, die Balance zwischen Verteidigung, Expansion und Übermacht zu finden.

Die Kämpfe sind rasant und kinoreich, mit einer optimierten Mechanik, die das Gefühl von Echtzeitstrategie vermittelt und gleichzeitig tiefgreifende strategische Möglichkeiten bietet. Jede Schlacht ist dynamisch - Ihre Gegner können verheerende Bombardements mit dem Aurora-Bomber einsetzen, eine Iron Shield-Verteidigungsgitterstruktur aufbauen oder ein ganzes Schlachtfeld mit fortschrittlicher Tesla-Technologie elektrifizieren. Kommandeure müssen sich schnell anpassen, sonst droht die Vernichtung.
Mit den klassischen europäischen Schlachtfeldkarten, Städten, Schneelandschaften, Seesturmkarten und mehr, den gigantischen Karten (den größten, die je von Wolf Storm Entertainment und sogar den meisten Brettspielverlagen entworfen wurden), asymmetrischen Fraktionen, fraktionsspezifischen Fähigkeiten und szenariobasierten Kampagnen bietet Red Alert: new World order ein nostalgisches und doch modernes Brettspielerlebnis. Es ist eine Hommage an die goldene Ära der RTS-Spiele - jetzt wiedergeboren auf dem Tabletop mit explosiven Details und alternativem Geschichtsflair.

Das ist die Geschichte der Videospielreihe
Die Command & Conquer-Reihe gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Serien in der Geschichte der Echtzeit-Strategiespiele und hatte einen nachhaltigen Einfluss auf das Genre und die Videospielkultur insgesamt. Ihren Anfang nahm die Serie 1995 mit dem gleichnamigen Titel Command & Conquer des Studios Westwood. Das Spiel setzte neue Maßstäbe, indem es eine isometrische 2D-Grafik, strategisches Gameplay mit Ressourcenmanagement und Basisbau sowie erstmals filmreife Zwischensequenzen mit echten Schauspielern kombinierte. Die Geschichte um die Fraktionen GDI und NOD bildete den Auftakt für ein umfangreiches Science-Fiction-Universum, das in zahlreichen Fortsetzungen weiterentwickelt wurde.
Besonders erfolgreich war auch das 1996 veröffentlichte Red Alert, das ein alternatives Szenario rund um einen fiktiven Kalten Krieg zwischen Alliierten und Sowjets präsentierte. Das Spiel überzeugte durch seinen hohen Wiederspielwert, ein markantes visuelles Design und den legendären Soundtrack „Hell March“. In den folgenden Jahren erschienen weitere Titel wie Tiberian Sun (1999) und Red Alert 2 (2000), die das Spielprinzip verfeinerten und der Reihe zu weiterem internationalen Erfolg verhalfen.
Mit Command & Conquer: Generals (2003) wagte man einen inhaltlichen und stilistischen Bruch: Erstmals wurde auf eine durchgehende Story verzichtet, das Setting war realitätsnäher und militärischer, das Gameplay noch stärker auf den Mehrspielermodus ausgelegt. Trotz der Änderungen wurde auch dieser Teil ein großer Erfolg, wenngleich er in der Fangemeinde kontrovers diskutiert wurde. Command & Conquer 3 (2007) und Red Alert 3 (2008) versuchten schließlich, klassische Stilelemente mit moderner Technik zu verbinden, was teils positiv, teils kritisch aufgenommen wurde. Der vierte Hauptteil, Tiberian Twilight (2010), stellte das Spielprinzip radikal um und verzichtete auf Basisbau – eine Entscheidung, die bei vielen Fans auf Ablehnung stieß.
Ein Meilenstein für die Serie war 2020 die Veröffentlichung der Command & Conquer Remastered Collection, die die beiden ersten Titel in modernisierter Form zugänglich machte und für eine neue Generation von Spielenden erschloss. Das Remaster wurde überwiegend positiv aufgenommen und zeigte, wie groß das Interesse an den Ursprüngen des Genres noch immer ist.
Insgesamt verkaufte sich die Command & Conquer-Reihe bis 2009 über 30 Millionen Mal weltweit – ein beachtlicher wirtschaftlicher Erfolg, insbesondere für ein Strategiespiel. Darüber hinaus war die Reihe prägend für das Genre: Sie etablierte grundlegende Mechaniken wie Ressourcenabbau, Fraktionsvielfalt und Basenmanagement in Echtzeit, die bis heute in vielen Spielen verwendet werden. Auch kulturell hinterließ C&C seine Spuren: Charaktere wie Kane oder die stilisierten Zwischensequenzen sind bis heute ikonisch. Zudem war die Reihe ein zentraler Bestandteil der LAN- und Multiplayer-Kultur der 1990er- und 2000er-Jahre.
Command & Conquer steht bis heute sinnbildlich für klassische Echtzeitstrategie. Die Mischung aus strategischer Tiefe, technischer Innovation und charismatischer Inszenierung machte die Serie zu einem der wichtigsten Vertreter ihres Genres. Auch wenn spätere Veröffentlichungen nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnten, bleibt der Einfluss der Reihe auf die Videospielgeschichte unbestritten.
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