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Kickstarter: Streik nach 42 Tagen beigelegt – keine KI statt Menschen, 4 Tage Woche bleibt

Kickstarter: Streik nach 42 Tagen beigelegt – keine KI statt Menschen, 4-Tage-Woche bleibt

Mitarbeitende der Crowdfunding-Plattform Kickstarter haben nach einem 42-tägigen Streik eine Einigung mit dem Unternehmen erzielt. Im Mittelpunkt standen der Erhalt der seit 2022 bestehenden Vier-Tage-Woche, eine höhere Lohnuntergrenze sowie Regelungen zum Einsatz von KI und zur Absicherung von Stellen. Boardgamewire.com hatte zuerst berichtet.

4tage woche

 

Vier-Tage-Woche dauerhaft festgeschrieben

Kickstarter United, die Gewerkschaft der Belegschaft, war seit dem 2. Oktober im Ausstand, nachdem Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag ins Stocken geraten waren. Strittig waren vor allem eine festgelegte Mindestvergütung und die bisherige 32-Stunden-Woche an vier Tagen.

Laut Gewerkschaft wollte das Management sich „das Recht vorbehalten“, wieder zu einer Fünf-Tage-Woche mit 40 Stunden zurückzukehren. Nun wird die Vier-Tage-Woche im neuen Vertrag verankert. Zeitweise Umstellungen auf fünf Tage sollen nur noch möglich sein, wenn sie „begründet“ werden, vorab angekündigt werden und mit einer klaren Befristung versehen sind.

  

Höhere Lohnuntergrenze und Bonuszahlungen

Die Beschäftigten erhalten außerdem eine an die Lebenshaltungskosten gekoppelte Anhebung des Lohnniveaus. Kickstarter United spricht von durchschnittlich rund 6 Prozent mehr Gehalt für „unsere am meisten unterbewerteten Beschäftigten“, die zusätzlich eine einmalige Bonuszahlung von 6.000 US-Dollar erhalten sollen. Die Gewerkschaft hatte zuvor eine Mindestvergütung von 85.000 US-Dollar gefordert, die nach ihrer Darstellung dem „Low-Income“-Level in New York City entspricht.

 

ki regelmentieren


Regeln zum Einsatz von KI und zu Vertragsarbeitskräften

Ein weiterer Punkt der Einigung betrifft den Umgang mit KI-Systemen. Nach Angaben der Gewerkschaft wurde festgeschrieben, dass Kickstarter keine Arbeitsplätze durch KI ersetzen darf. Verändert der Einsatz von KI bestehende Aufgabenprofile, muss das Management gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitenden Lösungen erarbeiten. Zusätzlich seien „starke Schutzmechanismen“ vereinbart worden, um zu verhindern, dass Vollzeitstellen durch externe Auftragnehmende ersetzt werden.

 

Stimmen aus der Gewerkschaft

Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertreter heben vor allem den Zusammenhalt während des Streiks hervor. Nick Galipeau von der OPEIU Local 153, zu der Kickstarter United gehört, sagte: „Wenn wir kämpfen, gewinnen wir – und genau das ist heute für Kickstarter United passiert.“ Zugleich betonte er, man wolle Arbeitskämpfe grundsätzlich vermeiden, sei aber dankbar, „dass die Aktion der Mitglieder die Arbeitsplatzsicherheit gebracht hat, die sie verdienen“.

 

gewerkschafr

 

Kickstarter-United-Mitglied Dannel Jurado sprach von einer „historischen und neuartigen Remote-Streikaktion“, die über 42 Tage durchgehalten worden sei. Die Beschäftigten hätten „Schutz für die Arbeitszeiten gewonnen, die wir seit Jahren praktizieren“ und damit Bedingungen gesichert, „die Kickstarter weiterhin zu dem guten Arbeitsplatz machen, von dem wir wissen, dass er es sein kann“. Die Belegschaft verbinde mit dem Ergebnis die Hoffnung, „dass es andere Arbeitsplätze und Gewerkschaften inspiriert, nicht einfach den Status quo zu akzeptieren, sondern für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen“.


Kickstarter im Wettbewerb um Tabletop-Projekte

Die Einigung fällt in eine Phase, in der Kickstarter im Bereich Tabletop-Spiele stärkerem Wettbewerb ausgesetzt ist. Die Plattform sieht sich hier insbesondere mit Gamefound konfrontiert. 2023 lag Kickstarter nach Angaben von Branchenanalysen mit rund 220 Millionen US-Dollar an finanzierten Tabletop-Projekten noch deutlich vor Gamefound (etwa 85 Millionen US-Dollar). Gleichzeitig sind die Tabletop-Umsätze von Kickstarter seit dem Rekordjahr 2021 (270 Millionen US-Dollar) rückläufig.

 

gamefound

 

Von Januar bis September dieses Jahres kamen laut Tabletop Analytics etwa 67 Millionen US-Dollar zusammen, rund 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Projekte auf der Plattform stieg im selben Zeitraum jedoch um etwa 30 Prozent auf über 1.200. Kickstarter reagierte unter anderem mit neuen Funktionen wie eigenem Pledge-Management und Ratenzahlungsoptionen, die als Tools beschrieben werden, „die sich Creators schon länger gewünscht haben“.

 

Quellen

boardgamewire.com

tabletopanalytics.com

kickstarterunited.org

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