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Insolvent! Mythic Games – der letzte Vorhang ist gefallen

Insolvent! Mythic Games – der letzte Vorhang ist gefallen

Mythic Games, lange Zeit als einer der größten crowdfinanzierungs­orientierten Brettspielverlage bekannt, ist offiziell liquidiert worden. Wie BoardGameWire berichtet, wurde das in Luxemburg ansässige Unternehmen Ende Oktober zu einer Zwangsliquidation verurteilt, weil es seine Jahresabschlüsse nicht fristgerecht veröffentlicht hatte. Ein parallel laufendes Strafverfahren wurde nach Angaben eines Unternehmenssprechers eingestellt; es habe sich kein Betrug oder eine zweckwidrige Verwendung von Geldern nachweisen lassen.

Zwischen 2020 und 2022 hatte Mythic Games mehr als 19 Millionen US-Dollar über Crowdfunding-Kampagnen eingesammelt, darunter rund 5,6 Millionen US-Dollar für „Darkest Dungeon: The Board Game“. Ein erheblicher Teil dieses Volumens entfällt auf miniaturenlastige Großprojekte, deren Produktions- und Transportkosten in der Pandemie stark stiegen. Bereits 2022 meldete der Verlag unerwartete Mehrkosten von über 1,2 Millionen US-Dollar und bat Backer mehrerer Kampagnen um zusätzliche Zahlungen, um Spiele überhaupt ausliefern zu können.

Darkest Dungeon

Besonders umstritten war der Umgang mit „Darkest Dungeon“. Unterstützende, die ursprünglich zwischen 100 und 330 US-Dollar zuzüglich Versand gezahlt hatten, wurden in zwei Wellen um weitere Beiträge gebeten. Viele Personen zahlten für Wave 1 und die geplanten Erweiterungen nach eigenen Angaben insgesamt deutlich dreistellige Zusatzbeträge. Während die erste Auslieferungswelle des englischen Grundspiels und einiger Erweiterungen erfolgte, wurde Wave 2 nie produziert. Auch andere Projekte wie „Hel: The Last Saga“, „Anastyr“, „Monsterpocalypse“ und „Rise of the Necromancers“ bleiben trotz siebenstelliger Finanzierungssummen unerfüllt. 

Stellungnahme gegenüber BoardGameWire

In einer Stellungnahme gegenüber BoardGameWire führt Mythic Games neben den gestiegenen Produktionskosten weitere Belastungen an: unerwartet hohe Rückerstattungen und Zahlungsrückbuchungen über Zahlungsdienstleister sowie eine hohe sofort fällige Nachzahlung aus einer Umsatzsteuerprüfung in Luxemburg. Laut Mythic habe ein externes Buchhaltungsbüro erforderliche Unterlagen nicht korrekt eingereicht; die Steuerbehörden hätten daraufhin Konten gepfändet und geleert. Dadurch sei es unmöglich geworden, ausstehende Produktionen zu finanzieren, auch bereits gezahlte Anzahlungen an Druckereien seien verloren.

Als „letzten Akt“ kündigt Mythic an, Backer mit 3D-Druckdateien (STLs) zu versorgen. Ein ehemaliger Mitarbeitender, dem die Dateien offiziell übertragen worden seien, habe nach eigener Aussage die Erlaubnis von Videospielentwickler Red Hook erhalten, die Darkest-Dungeon-STLs kostenlos zur Verfügung zu stellen. Außerdem seien die Rechte an „Rise of the Necromancers“ an die Autorenschaft und Co-Publisher Sore Loser Games zurückgegeben worden; auch hier sollen STL-Dateien an Unterstützende gehen. Mythic Games betont, die Verantwortung für das Scheitern zu übernehmen, entschuldigt sich bei Backern und Lizenzpartnern und bezeichnet diese ausdrücklich als „Kollateralgeschädigte“ der eigenen wirtschaftlichen Probleme.

 

Quelle

Boardgamewire.com

 

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