Sammleredition des Brettspiels von abgesetzter Firefly-Serie vorbestellbar
„Firefly“ war eine Serie, die noch während der Ausstrahlung der ersten Staffel abgesetzt wurde und damit wie ein unkontrolliertes Raumschiff beim Wiedereintritt in die Erdumlaufbahn zerbarst. Trotzdem (oder gerade deswegen?) war das Spiel zur Serie aus dem Jahr 2013 ein riesiger Erfolg und fand weltweit viele tausend Fans.
Wer sich mit der Serie auskennt, weiß, dass die Serie bereits 2002 veröffentlicht wurde und das Spiel also deutlich später erschien. Das lag an dem verzögerten Erfolg bis hin zum Kultstatus der abgesetzten Serie, auf deren Details wir unten genauer eingehen.
Das Spiel aus 2013 wurde von dem Autorentrio Aaron Dill, John Kovaleski und Sean Sweigart kreiert und von Charles Woods illustriert. Erschienen ist die englische Version bei Gale Force Nine, eine deutsche Version erschien beim Heidelberger Spieleverlag im Vertrieb. Das Spiel richtet sich an 1-4 Personen ab 13 Jahren und bietet eher eine ausufernde Spielzeit von 120-240 Minuten.

Foto von Sylencer auf BGG veröffentlicht (Link hier)
Fakten zur neuen Sammleredition
Diese Sammlung hat alle Erweiterungen, die es je gab, in einem einzigen Behälter, zusammen mit der neuen Erweiterung Alleinflug, die das Spiel solo erlebbar macht. Die neue Edition ist aufgrund der Erweiterungen auch mit bis zu 10 Personen spielbar und erscheint diesen Herbst bei Elznir Games (hier geht es zur Vorbestellung)! Außerdem gibt's verbesserte Teile wie:
- 15 handbemalte Schiffe aus Resin
- Emaillierter Metall-Dinosaurier-Spielstein für den ersten Spieler
- Komplettes Regelwerk
- Maßgeschneiderte mehrteilige Aufbewahrungslösung
- Über 1.000 Karten (einschließlich aller jemals produzierten Promokarten)
- Neopren-Spielmatte mit aufgesticktem Rand des gesamten Universums.

Das bietet die Firefly: Das Spiel – 10 Jahre Sammler-Edition
„Nachdem die Erde verbraucht war, fanden wir ein neues Sonnensystem. Durch Terraforming entstanden hunderte neue Erden, die wir kolonisierten. Die Zentralplaneten formten die Allianz und unterwarfen alle anderen Planeten ihrer Herrschaft. Das führte zu Meinungsverschiedenheiten. Nach dem Krieg zogen viele der besiegten Unabhängigkeitskämpfer an den Rand des Systems, wo sie sich der Kontrolle der Allianz entziehen konnten. Hier müssen sie mit primitivster Technik über die Runden kommen. Ein Schiff bringt Arbeit; eine Waffe bringt Schutz. Das Ziel eines Captains ist einfach: Finde eine Crew, finde einen Job, flieg weiter.“ –Shepherd Book
Die Spieler machen reihum ihre Spielzüge. Wer an der Reihe ist, darf von 4 möglichen Aktionen 2 durchführen: Fliegen, Kaufen, Geschäfte, Arbeiten.
Im Spiel müssen die Spieler das Ziel erfüllen, das auf der Storykarte angegeben ist. Um dies zu schaffen, ist das Herzstück des Spiels das Erledigen von Jobs.
Um einen Job zu erledigen, müssen die Spieler zuvor Crew-Mitglieder anwerben, diese mit Ausrüstung ausstatten und evtl. diverse andere Anforderungen erfüllen. So fliegen sie von Planet zu Planet, um die Dinge für das Erfüllen von Jobs zu sammeln.
Es gibt unterschiedliche Arten von Jobs, die in Firefly erfüllt werden können. So können die Spieler Fracht oder Personen transportieren, Schmuggeln, kriminelle Jobs begehen usw. Hierdurch kann es vorkommen, dass sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten und zu Gesuchten werden. Die Spieler haben so eine große Auswahl an Herangehensweisen, um das Spielziel zu erfüllen.
Bei ihrem Flug werden sie von gegnerischen Nicht-Spieler-Fraktionen, wie der Allianz oder den Reapern behindert. Jeder Flug birgt somit Gefahren, denen die Spieler begegnen müssen.
Durch die in der Sammleredition enthaltene Erweiterung Alleinflug ist das Spiel auch alleine spielbar.
Das ist die Geschichte der Serie und des Firefly Films
„Firefly“ (USA, 2002) stammt von „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon. Die 14 Episoden (Davon wurden nur elf regulär ausgestrahlt; drei folgten erst auf DVD) kombinieren Western-Motivik mit Science-Fiction-Setting. Im Mittelpunkt steht die kleine, ramponierte Transportfähre Serenity und ihre bunt zusammengewürfelte Besatzung. Captain Malcolm Reynolds – ein früherer Freiheitskämpfer, der den Unabhängigkeitskrieg gegen die zentralistische „Alliance“ verloren hat – hält sich mit halblegalen Frachtaufträgen über Wasser. Die Geschichten drehen sich weniger um große Weltraumschlachten als um Moral, Loyalität und das Familiengefühl an Bord.
Warum sie trotz kurzer Laufzeit Stoff für jahrelange Diskussionen bot
FOX platzierte den Pilotfilm nicht zum Auftakt, sondern schob eine actionreichere Folge an die erste Sendeposition. Außerdem lief die Serie auf wechselnden Sendeplätzen – ein Problem für die Quotenmessung der frühen 2000er-Jahre. Die Zuschauerzahlen blieben schwach, sodass FOX „Firefly“ bereits nach drei Monaten cancelte.
Daraufhin formierte sich eine sehr aktive Fanbasis („Browncoats“). Sie organisierte DVD-Kaufaktionen, Convention-Panels und Werbeanzeigen, um ein Fortbestehen der Serie zu erreichen. Ihr Engagement gilt bis heute als frühes Beispiel dafür, wie Online-Communities Produktionsfirmen beeinflussen können. Die soliden DVD-Verkäufe überzeugten Studios schließlich, einen Kinoabschluss zu finanzieren.
Wie endet die Serie – und was kam danach?
Die letzte gedrehte Folge „Objects in Space“ (US-Erstausstrahlung am 13. Dezember 2002) lässt viele Handlungsstränge offen: River Tams Rolle im Kampf gegen die „Alliance“, die Zukunft der Crew und die Bedrohung durch die „Reavers“. Den größeren narrativen Abschluss liefert erst der Kinofilm „Serenity“ (2005). Darin erfährt das Publikum die Herkunft der Reavers, bekommt Antworten zu Rivers Fähigkeiten und sieht, wie die Crew eine entscheidende Information an die Öffentlichkeit bringt. Einige Figuren zahlen dafür einen hohen Preis, doch das Ende lässt die überlebenden Mitglieder weiterziehen – in bester Space-Western-Tradition.
Seitdem erschienene Comics und Romane bauen die Welt weiter aus, schließen aber bewusst an die Ereignisse des Films an, statt eine zweite Fernsehstaffel zu ersetzen. Die Diskussionen um „Firefly“ kreisen bis heute um vergebene Chancen, fehlerhafte Programmplanung – und darum, wie eine nur halb ausgestrahlte Serie dennoch eine langlebige Popkultur-Präsenz entwickeln konnte.
Quellen
Tags: Spiel25

