Test | Das Original-Fanspiel: Männer-Nationalmannschaft - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
Als ich das Rezensionsexemplar erhielt, fragte ich mich, wie ich, der anno 1990 das letzte Mal eine WM angesehen hatte, jetzt ein Spiel zur DFB Nationalmannschaft besprechen sollte, bei dem es speziell um Fußballwissen geht? Nun gut, musste ich mir eben ein paar kompetente Mitspieler suchen und das ist mir letztendlich auch geglückt.
Das Spielprinzip der Fragerunde unterscheidet sich im Wesentlichen nicht sehr stark vom allseits bekannten Monopoly: Würfel werfen, Figur ziehen und das erreichte Feld abhandeln. Bei den Fragefeldern gibt es, abgesehen von den Duell-Feldern, keine Entscheidungsfreiheit, da man die gestellte Frage entweder beantworten kann oder auch nicht. Entscheidungsmöglichkeiten gibt es lediglich, wenn man Spielerkarten nachziehen darf, da man hier die Position des nachgezogenen Spielers frei wählen kann oder, wenn man aufgrund von mehrfach besuchten gelbe oder rote Karte-Feldern Handkarten ablegen muss. Eine Einflussnahme auf die anderen Personen am Tisch ist in dieser Phase des Spiels nicht möglich.

Meine fußballversierten Mitspieler störte dieser Umstand jedoch in keiner Weise, da sie sowohl vom Komplexitätslevel im Allgemeinen als auch den Fragen selbst sehr angetan waren und häufig in kurze Gespräche über die frageninduzierten Sachverhalte abglitten. Wie erwartet, zeigte eine Vergleichsrunde mit nicht fußballversierten Gelegenheitsspielerinnen und -spielern jedoch auch, dass sowohl Thema als auch Mechanik für Personen ohne entsprechendes Interesse kaum Aufforderungscharakter besitzen.
Bei der zweiten Phase des Spiels zeigte sich in ausnahmslos jeder Spielrunde, dass diese Phase sehr aufgesetzt wirkt und nur zur vermeintlich notwendigen Ermittlung eines Siegers hinzugefügt wurde. Allerdings ist es dadurch auch für Personen mit wenig Fußballwissen noch möglich, das Spiel zu gewinnen, wenn sie die Statistikwerte ihrer Spielerkarten geschickt einsetzen.
Da die Spieldauer bei Beginn festgelegt wird (als Regelvariante werden auch kürzere „Halbzeiten“ als 45 Minuten vorgeschlagen), ist das Spiel für jede Spieleranzahl gut geeignet und wird lediglich durch die Anzahl der Trainerkarten beschränkt, welche man allerdings auch problemlos weglassen kann.

Das Spielmaterial ist von guter Qualität und äußerst thematisch ausgelegt, sodass Fußballbegeisterte sich schon beim ersten Öffnen der Schachtel wie zu Hause fühlen und beispielsweise sofort ihre Lieblingsspielerfigur anhand der aufgedruckten Rückennummern auswählen. Die Anleitung fällt erfreulicherweise sehr kurz aus, ist aber leider wenig eingängig geschrieben sowie teilweise auch unvollständig, sodass es während des Spielverlaufs immer wieder mal zu Unklarheiten kommt, die dann am Spieltisch geklärt werden müssen.
Meiner Meinung nach muss man dem Spiel frei nach Fredi Bobic: „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es war.“ zu Gute halten, dass es für Fußballfans gemacht ist und für diese Klientel auch gut funktioniert. Die Fragen sind interessant und gleichzeitig herausfordernd und führen zu netten Unterhaltungen am Tisch über das Thema, welches für alle Beteiligten ohnehin das wichtigste ist. Daher ist es für seine Zielgruppe genau das richtige und alle anderen sollten einen großen Bogen darum machen.
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Tags: Familienspiel, Set sammeln, 2-4 Personen




