Test | Odin
„Odin“ versucht uns in die Welt der Nordischen Mythologie zu entführen. Geschlagene Karten sind gefallene Krieger, die nach Valhalla auffahren.
Skalden, Völvas und Jarle erwecken den Eindruck, es würde hier um mehr gehen als ein einfaches Zahlenkartenspiel, doch dem ist nicht so. Dennoch erwartet uns hier ein Mechanismus, den ich so noch nie gesehen habe.
Das Spiel wurde gekauft. Auf die Wertung hat dies keinen Einfluss!
Worum geht es in dem Spiel?
„Odin“ ist ein einfaches Zahlenkartenspiel, bei dem es darum geht, möglichst viele bzw. alle Handkarten loszuwerden. Jede Karte am Ende eines Durchgangs ist einen Punkt wert und es geht darum, die wenigsten zu haben. Es werden mehrere Durchgänge gespielt, bis eine Person mindestens 15 Punkte erreicht hat und das Spiel somit endet.
Alle Karten werden gemischt und jede Person bekommt neun ausgeteilt. Es gibt Karten in sechs verschiedenen Farben, jeweils mit den Werten 1 bis 9. Wer beginnt, legt eine Karte in die Tischmitte.

Die nächste Person kann entweder passen oder die Karte schlagen, indem eine höhere Zahl ausgespielt wird. Die neue Zahl kann auch aus mehreren Karten bestehen. Es darf aber immer nur eine Karte mehr abgelegt werden, als gerade in der Mitte liegt oder exakt die gleiche Menge. Auf drei ausliegende Karten können also drei oder vier gespielt werden. Alle Karten, die gespielt werden, müssen entweder die gleiche Farbe oder die gleiche Zahl haben.
Die Werte der Karten setzen sich dann zusammen wie beim Meiern. Eine Sechs und eine Eins bilden zusammen eine 61. Noch eine Acht dazu und wir hätten eine 861. Wurde der aktuelle Wert in der Mitte geschlagen, muss die aktive Person eine der vorherigen Karten aus der Tischmitte auf die Hand nehmen. Die restlichen geschlagenen Karten werden abgelegt.

Haben alle außer einer Person gepasst, beginnt diese Person eine neue Runde. Alle Karten in der Mitte werden abgeräumt und eine neue Karte wird ausgespielt. Der Durchgang läuft so lange weiter, bis eine Person keine Karten mehr hat und es zu einer Zwischenwertung kommt.
Punkte für übrige Handkarten werden notiert. Ist noch niemand bei der 15 angekommen, wird ein neuer Durchgang gestartet, bis das der Fall ist.
„Odin“ ist eins dieser Spiele, von denen ich nichts erwartet habe. Spiele mit bunten Zahlenkarten gibt es wie Sand am Meer. Nun hat „Odin“ aber den As d’Or 2025 gewonnen und ist damit auch auf mein Radar gerückt. Zum Glück.
Denn es ist seit langem mal wieder ein super einfaches Kartenspiel, das richtig Spaß macht. Die Runden laufen schnell, es gibt einige Entscheidungen zu treffen und spannende Momente. Es ist für Familien mit Kindern gleichermaßen geeignet wie für Experten. Alle meine Runden haben Spaß gemacht und es war erstaunlich zu sehen, wie schnell dieses Spiel die Leute eingesaugt hat.

Manchmal kann ich zwar einen Wert in der Mitte übertrumpfen, aber möchte keine der Karten auf die Hand nehmen. Herauszufinden, wann taktisch klug gepasst werden sollte, hat mich ein paar Durchgänge gekostet. Aber diesen Bogen haben eigentlich alle schnell raus und dann ist es kein einfaches, stupides Kartenablegen mehr. Ich habe Einfluss auf das Spiel und bediene nicht einfach nur einen Stapel.
Es wird oft auf den großen Moment gehofft. Da habe ich schon fünf Karten in einer Farbe gesammelt und es liegen vier Karten auf dem Tisch. Gleich kommt mein großer Auftritt und ich kann 87531 legen, aber dann knallt jemand vor mir 98321 auf den Tisch und ich stehe da wie ein Idiot. Solche Aktionen vorzubereiten macht Spaß, auch wenn sie fehlschlagen.

Zu zweit funktioniert es auch, ich würde aber mindestens drei Personen empfehlen, damit es Spaß macht. Zu zweit verkommt es dann doch zu sehr zu einem einfachen Herunterspielen der eigenen Handkarten.
Wer nach einem guten neuen Kartenspiel für Zwischendurch sucht, kann mit „Odin“ absolut nichts falsch machen. Ein verdienter As d’Or-Gewinner.
Welche Erfahrungen hast du mit diesem Spiel gemacht
oder hast du noch Fragen zu diesem oder anderen Spielen?
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Bilder zum Spiel
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Tags: Familienspiel, Set sammeln, 2-6 Personen







