THE SPECIALISTS wartet mit umfangreichem Spielmaterial auf und weckt, auch aufgrund der Altersempfehlung von 14+ und der angegebenen Spielzeit von 60 Minuten, die Hoffnung auf ein komplexes, aber zügig gespieltes Strategiespiel. Das ist es leider nicht geworden. Schwierige strategische Entscheidungen müssen nicht getroffen werden. Vielmehr werden lediglich Spezialisten:innen angeheuert, die für einen Überfall benötigt werden. Sind diese in der Auslage nicht vorhanden, ist das Ziel meist die Aktivierung möglichst vieler Sonderfähigkeiten der eigenen Spezialisten:innen. Die Überfälle, das Hauptthema des Spiels, sind im Kern nur wenig mehr als offen ausliegende Aufträge, die sich in der Prüfung der Teamzusammensetzung nahezu erschöpfen. Das führt letztlich zu einem äußerst monotonen Spielablauf, der uns bereits auf halbem Weg der Partie zu langweilen begann. Leider bringen auch die Regelvarianten des asymmetrischen Spielaufbaus und des „Verstecks“ keine zusätzliche Tiefe ins Spiel. Insbesondere letztere Variante gewährt lediglich einen einmaligen Extrawürfel oder einen zusätzlichen Skill-Marker.

THE SPECIALISTS greift ein durchaus spannendes Thema auf, kann dieses aber nicht vermitteln. So wirkt das Thema im Zusammenspiel mit den Mechanismen aufgesetzt.
Ein Lob verdient die sehr verständliche Videoanleitung zum Spiel, die bequem per QR-Code von der ersten Seite der Anleitung gestartet werden kann.
Die Solovariante fügt sich qualitativ in das übrige Spielerlebnis ein. Für Solospieler gibt es auf dem Markt nach unserer Meinung (inzwischen) sehr viele ansprechendere Alternativen, vor allem bei einer UVP von 45 €.
Wer Diebstähle, Comicgrafik und Spiele auf (allenfalls gehobenen) Familienspielniveau mag, dem könnte THE SPECIALISTS durchaus gefallen. Bei Fans von anspruchsvollen Strategiespielen und solchen Spielenden, denen ein atmosphärisches Spielgefühl wichtig ist, wird THE SPECIALISTS jedoch überwiegend durchfallen.

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