
„12 Gangsters“ ist simpel. Das wird einige Personen vielleicht anziehen, sie werden dem Spiel vielleicht eine „Zeitlosigkeit“ und „Eleganz“ unterstellen. Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe.
„12 Gangsters“ ist sogar mehr als nur simpel, es ist stumpf. Eine Karte ausspielen, aufdecken, fluchen, weiter. Denn das Spiel ist nahezu vollständig Glückssache.

12 Karten pro Person sind in den meisten Fällen einfach zu viele, um sie sich zu merken. Und ehrlich gesagt, wäre mir ein solcher Aufwand für ein solches Spielerlebnis zu viel.
Ich glaube, mit ein paar Änderungen hätte „12 Gangsters“ ein interessantes und wirklich charmantes Spiel sein können: Beispielsweise hätte jede Farbe eine eigene Gangster-Familie darstellen können, mit eigenem Artwork und Charakteren. Wenn dann noch 2-3 Karten Sonderfähigkeiten hätten, wäre das ein deutlich solideres und unterhaltsameres Grundgerüst.
So haben alle Farben die gleichen 12 Charaktere, deren Artwork mich auch nicht wirklich begeistern kann. Die Grundaufmachung des Spiels mit seinem Art Déco-Stil ist stimmungsvoll, das war's aber auch schon. Die Schachtel mit dem Magnetverschluss lässt das Spiel deutlich wertiger erscheinen, als es ist. Obendrein ist die Box mal wieder eine „Mogelpackung“, die mehr als doppelt so groß ist, als sie eigentlich müsste.

„12 Gangsters“ wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, als Spiele noch deutlich simpler waren. Einer Zeit, als ein Magnetverschluss als Verkaufsargument ausgereicht hätte. Einer Zeit, als nicht jedes Jahr tausende neuer Spiele erscheinen. In der heutigen Spiele-Umgebung wirkt „12 Gangsters“ einfach deplatziert.
Unterm Strich kann ich nur raten: Finger weg. Es gibt so viele kleine Stichspiele mit Bluff-Elementen, die so viel mehr bieten und so viel mehr Spaß machen.

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