Die Ausstattung des Spiels mit vertauschbaren Hafenplättchen aus stabiler Pappe, thematischen Holzmeeplen für Schiffe und Geldsäcke sowie 45 großen Holzfässern in drei Farben weiß auf den ersten Blick Interesse zu wecken. Liest man dann die Anleitung, kommt schnell das Gefühl auf, dass die Platzierung der Fässer auf dem Deck ein zentrales Element und den Schlüssel zum Sieg darstellt.

Jedoch zeigt sich schon im ersten Spiel, dass dieser Mechanismus auch für Gelegenheitsspieler einfacher zu handhaben ist als gedacht und die für diesen Zweck verfügbaren Matrosenkarten fast überflüssig sind. Weiterhin erkennt man bei näherer Betrachtung der Hafenplättchen, dass diese in drei Kategorien A, B, C aufgeteilt sind und sich auch nur innerhalb dieser Kategorien untereinander austauschen lassen. Sodass sich folgende Schwerpunkte für die jeweiligen ‚Drittel‘ des Spielplans ergeben: Aufladen in A, Ereignisse in B und Entladen in C, durchsetzt von ein paar Möglichkeiten, Matrosen und Schatzkarten zu erhalten, wodurch sich ein eher statischer Spielablauf ergibt.
Den größten Entscheidungsspielraum hat man beim Wechsel zwischen den Hafenplättchen, wobei man hier auch am meisten auf seine Mitspielerinnen und Mitspieler einwirken kann, indem man ihnen entweder wichtige Anlegestellen wegnimmt oder durch bestimmte Ereignisse sogar Matrosen tauschen kann. Hat man allerdings die letzte Anlegestelle inne, bleibt einem nur zu nehmen, was die anderen einem übrig gelassen haben, was im Wiederholungsfall auch schnell zu Frustration führen kann.

Die angegebene Spielzeit von 40 Minuten wird in der Regel gut getroffen, da das Spiel stets mit allen Schiffen gespielt wird und die einzelnen Züge schnell abgehandelt sind. Die Anleitung ist auf ihren acht Seiten gut strukturiert, mit vielen Bildern illustriert und ermöglicht einen schnellen Einstieg ins Spiel.
Bei mir konnte „Volles Fass voraus“ aufgrund seiner scheinbaren Variabilität und der Aussicht auf ein gewisses Logikrätsel beim Platzieren der Fässer zunächst ein paar Pluspunkte im Bereich Familienspiel sammeln, doch leider musste ich feststellen, dass es für mein Empfinden zu sehr `gestreamlined‘ wurde. Daher würde ich „Volles Fass voraus“ vor allem für Einsteiger und Familienspieler empfehlen, die eine geringe Komplexität schätzen und auch mit kleinen Frustrationsmomenten umgehen können.
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