Test | Rebel Princess
Das Leben am Hofe könnte für eine Prinzessin nicht schöner sein. Ganz besonders die Feste, wenn die anderen Prinzessinnen zu Besuch kommen, sind eine Freude. Aber eine dunkle Kraft stört diese Idylle, wo sie nur kann. Allzu oft erdreistet sich ein verhätschelter und verweichlichter, manierloser, unkultivierter, übel riechender Prinz mit fettigen Haaren einen Heiratsantrag auszusprechen. Also werden sie nicht mehr eingeladen. Aber irgendwie schaffen es diese listigen Strolche immer wieder ihren impulsgesteuerten Charakter auf die Party zu schmuggeln und alles zu ruinieren. Es wird Zeit, aktiv gegen sie vorzugehen.
Das Spiel wurde gekauft. Auf die Wertung hat dies keinen Einfluss!
Worum geht es in dem Spiel?
„Rebel Princess“ ist im Kern das klassische Stichspiel, allerdings ergänzt durch ein paar Besonderheiten. Neben Charakter- und Rundenkarten, welche viel Variation in das Geschehen bringen, sind es die ungewollten Prinzen, welche für Interaktion sorgen.
Ziel des Spiels ist es, in fünf Runden möglichst wenig Heiratsanträge zu erhalten. Es gibt Karten in vier Farben, hier unterteilt in Königinnen, Feen, Tiere und Prinzen, jeweils mit den Werten Eins bis Zwölf. Jede Prinzkarte bringt einen Heiratsantrag mit und die Acht der Tiere zeigt einen Frosch mit gleich fünf Anträgen, weil es ein verzauberter Prinz ist.

Zu Beginn sucht sich jede Person eine Prinzessin aus. Diese kommen alle mit einer besonderen Fähigkeit, welche einmal jede Runde aktiviert werden kann. Alle Karten werden gemischt und gleichmäßig verteilt. Eine Rundenkarte wird aufgedeckt, welche eine besondere Regel zeigt, die nur für diese Runde gilt und oft auch wie viele Karten von der eigenen Hand nach links oder rechts weitergegeben werden müssen.
Wer dran ist, spielt eine Karte und gibt damit die Trumpffarbe vor. Die nächste Person muss die angespielte Farbe bedienen. Nur Prinzen dürfen nicht gespielt werden. Erst wenn eine Person eine angespielte Farbe nicht bedienen kann, kann irgendeine Farbe in den Stich geworfen werden und diese kann auch ein Prinz sein. Ab diesem Zeitpunkt sind die Prinzen auf der Party und können normal gespielt werden. Es gewinnt die höchste Zahl der Trumpffarbe.

Wer den Stich gewinnt, legt alle Karten verdeckt vor sich und spielt die erste Karte für den nächsten Zug. Sind alle Karten gespielt, endet die Runde. Nun zählen alle ihre gesammelten Heiratsanträge und notieren das Ergebnis. Alle Karten werden wieder gemischt und neu verteilt, eine neue Rundenkarte wird aufgedeckt. Sollte eine Prinzessinnenfähigkeit aktiviert worden sein, wird diese wieder bereit gemacht und eine neue Runde gestartet. Nach der fünften Runde endet das Spiel.
Als die frühen Menschen den Faustkeil erfanden, haben sie diese benutzt, um Skatkarten damit anzufertigen. Zumindest fühlt sich dieses Spielprinzip so alt an. Einzigartige Charakterfähigkeiten und die Thematik von „Rebel Princess“ sind dagegen höchst modern. Jedes Jahr wird dieses altehrwürdige Spielprinzip um dutzende Titel erweitert. Warum sollte ich mir „Rebel Princess“ also ins Regal zu den dreißig anderen Stichspielen stellen?
Der Reiz dieses Spiels liegt darin, sich gegenseitig die Heiratsanträge zuzuschieben. Ich muss keine genaue Vorhersage treffen, wie viele Stiche ich diese Runde gewinnen werde, oder irgendeinen anderen Auftrag erfüllen, sondern nur versuchen, den anderen am Tisch die Minuspunkte unterzujubeln. Und das erzeugt enorm viel Schadenfreude. Auch, dass die Rundenkarte vorgibt, dass Karten an die Nachbarn verteilt werden, sorgt für lustige Momente, weil die Leute anfangen sich gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zu zuschieben. Alle wollen verhindern den Stich mit dem Frosch zu bekommen, der mehr als ein Drittel der Minuspunkte ausmacht.

Versagen wird hier hart bestraft und nicht selten können alle Heiratsanträge bei einer Person landen. Wenn das erst einmal zwei Runden passiert ist, fühlen sich die nächsten drei schnell frustrierend und anstrengend an. Hier zählt auch Können. Wer Stichspiele beherrscht und weiß worauf geachtet werden muss, lässt Neulinge im Regen stehen. Doch dieses traditionelle an dem Spielprinzip und diese kulturelle Verankerung in der Spielwelt, lassen immer wieder das Gefühl aufkommen, dass sich hier in einer Disziplin gemessen wird, die alle kennen. Es ist wie Schach gegen eine fremde Person spielen. Man geht davon aus, dass die Gegenseite die Regeln kennt.

Die Fähigkeiten der Prinzessinnen sorgen für reichlich Abwechslung. Gepaart mit den Sonderregeln der Rundenkarten können sie das Geschehen schon stark manipulieren. Wobei nicht alle Sonderregeln gleich spaßig sind. Einige sind komplexer als andere oder verlangen besonderen Verwaltungsaufwand. Hier geriet die Dynamik oft ins Stocken und ich musste ins Glossar schauen.
„Rebel Princess“ kam in all meinen Runden gut an. Es lockt durch die witzige Thematik und die schicken Illustrationen und überzeugt durch die Mechanik. Wer Stichspiele oder generell taktisch anspruchsvollere Kartenspiele mag, wird mit „Rebel Princess“ auf jeden Fall Spaß haben.
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Bilder zum Spiel
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Tags: Familienspiel, Stichspiel, 3-6 Personen





