Test | Soul Dice
Engel und Teufel duellieren sich in „Soul Dice“ um die Seelen der Menschheit. Ihr schlüpft in eine der Rollen und versucht in einem Tauziehen mit den passenden Aktionswürfeln und Karten den größten Einfluss auf die ausliegenden Seelen auszuüben. Wer nach drei Runden die lukrativsten Seelen auf seine Seite ziehen konnte, gewinnt das Spiel.

Das Spiel wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung hat dies keinen Einfluss!
Himmel oder Hölle: Wer kann mehr Seelen auf seine Seite ziehen?
„Soul Dice“ ist ein Würfeleinsetzspiel für 1 bis 2 Personen, in dem Engel und Teufel über drei Runden versuchen, Seelen für sich zu gewinnen.
Eine Runde besteht aus mehreren Spielzügen, bei denen Engel und Teufel abwechselnd Karten mit Zahlenwerten von 1-9 ausspielen, um die drei ausliegenden Seelen in ihren Bann zu ziehen. Am Rundenende erhält die Seite die Seele, die mit ihren Kartenwerten in Summe den höchsten Einfluss erreicht hat.

Zu Beginn jeder Runde würfeln Engel und Teufel ihre 10 Würfel und ziehen drei Karten für ihre Auslage. Karten in der Auslage können nur ausgespielt werden, wenn die Augenzahl der eingesetzten Würfel dem exakten Zahlenwert der Karte entspricht. Pro Runde haben Engel und Teufel jeweils zwei Kristalle verfügbar, mit denen die Kartenauslage und Würfelwerte verändert werden können. Jede Seite besitzt neben den Karten mit Zahlenwerten zwei Harfen- bzw. Dreizack-Karten im Deck, mit denen mittels Einsatz eines Kristalls bereits platzierte Karten des Gegners aus dem Spiel entfernt werden können.
Die Seelen, um die Engel und Teufel wetteifern, haben verschiedene Seelenregeln. Diese können beim Anlegen Soforteffekte bringen (z.B. einen eingesetzten Würfel zurück bekommen), das Anlegen der Karten einschränken (z.B. nur gerade Zahlen dürfen angelegt werden) oder Wertungsbedingungen vorgeben (z.B. mindestens 3 Karten müssen anliegen). So können einzelne Seelen wesentlich attraktiver als andere Seelen sein.
Im Spiel für Fortgeschrittene wählen Engel und Teufel je eine Sonderfähigkeit aus, die sie einmal pro Runde durch Einsatz eines Kristalls nutzen dürfen. Die unterschiedlichen Sonderfähigkeiten geben die Möglichkeit, zusätzlich Einfluss auf den eigenen Spielzug oder im Falle des Teufels auch auf die Karten und Würfel des Engels zu nehmen.

Nach drei Runden gewinnt die Seite, die mit ihren Seelen die meisten Punkte erzielt hat und damit den größten Teil der Seelen der Menschheit auf ihre Seite gezogen hat.
In der Solo-Variante spielt der Engel gegen ‘Shade’. Es dürfen pro Spielzug maximal zwei Karten ausgespielt werden, die restlichen Karten aus der Auslage werden an die Seelen auf Shade’s Seite gelegt.
Das Spiel ist in englisch und deutsch spielbar, da die Karten zweisprachig bedruckt sind. Die englische Spielanleitung kann auf der Verlagsseite heruntergeladen werden.
„Soul Dice“ ist einfach zu erklären und schnell zu spielen. Das Spielmaterial wirkt wertig und ist thematisch passend für Engel und Teufel gestaltet.
Die Regeln sind kurz gehalten und gut erklärt. Allerdings hat für uns die Sonderfähigkeit Erleuchtung keinen Sinn ergeben, da ein Kristall eingesetzt wird, um einen Kristall zu erhalten.
Die unterschiedlichen Seelenregeln und Sonderfähigkeiten bringen Abwechslung in die einzelnen Partien. Als einfaches Familienspiel kann das bereits den Wiederspielwert erhöhen. Für uns hat es das Spielgefühl nicht so stark beeinflusst, dass es regelmäßig auf den Tisch kommen würde.

Mehr Wiederspielreiz könnte „Soul Dice“ durch unterschiedliche Spielweisen der beiden Rollen bekommen. Leider ist das Spiel nicht wirklich asymmetrisch, wie ein Duell zwischen zwei gegensätzlichen Charakteren vermuten lassen könnte. Beide Rollen werden gleich gespielt, nur wenn die optionalen Sonderfähigkeiten dazugenommen werden, entsteht eine leichte Asymmetrie.
Was in den einzelnen Partien oft zu Frust geführt hat, war der hohe Einfluss des Glücksfaktors. Die gewürfelten Augenzahlen und die ausliegenden Kartenwerte - beides zufallsgesteuert - müssen zusammenpassen, um ausgespielt werden zu können. Klar gibt es die Möglichkeit, beides durch Kristalle zu beeinflussen. Die Kosten dafür sind allerdings hoch, da pro Runde nur zwei Kristalle zur Verfügung stehen und diese auch benötigt werden, um Harfe oder Dreizack auszuspielen bzw. die Sonderfähigkeit einzusetzen.
Der Entscheidungsraum ist insgesamt eher begrenzt und schrumpft im Laufe einer Runde weiter, da mit abnehmender Würfelanzahl im Vorrat die Optionen auf passende Karten sinken. Hinzu kommt, dass bestimmte Seelenregeln das Anlegen von Karten zusätzlich einschränken.
Der Würfelwurf zu Beginn einer Spielrunde hat nicht den typischen “Ich puste in meine Hände und wünsche mir eine Zahl”-Charakter, wie man es von vielen Spielen kennt, in denen Würfel zum Einsatz kommen. Es wirkt eher beliebig, da es zu diesem Zeitpunkt noch vorwiegend unklar ist, welche Augenzahlen tatsächlich im weiteren Spielverlauf vorteilhaft sind.

Wenn der Würfelwurf und die Kartenauslage so gar nicht zusammenpassen und die Kristalle bereits eingesetzt wurden, gibt es nur die Möglichkeit, peo Spielzug einen Würfel zum Passen einzusetzen, bis der letzte der 10 Würfel auf das Tableau gelegt wurde. Entgegen der Beschreibung im Regelheft sehen wir keinen Vorteil darin zu passen “um das Rundenende zu beschleunigen”, es verschlimmert eher den Frust, da das Gegenüber weiter seine Spielzüge in Ruhe ausspielen kann.
Die religiös inspirierte Thematik rund um Engel und Teufel und das Ringen um Menschenseelen wirkt im Kontext eines Familienspiels eher unpassend, da sie eine gewisse Schwere und potenzielle Kontroverse mit sich bringt. Das kann einem unterhaltsamen, leicht zugänglichen Spielerlebnis entgegenstehen.
Leider konnte uns „Soul Dice“ sowohl thematisch als auch spielerisch nicht überzeugen.
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Bilder zum Spiel
Tags: Take That!, Dice-Placement, 1-2 Personen




