Test | Tree Society
Zurückgezogen in den Baumkronen haben Schreiber, Architekten, Bankiers, Händler, Botaniker und Entdecker eine neuartige Gesellschaft aufgebaut. Sie leben gemeinsam, bieten Ihre Dienste im Tausch gegen Früchte an und sind stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Werde Teil der „Tree Society“.

Das Spiel wurde gestellt. Auf die Wertung hat dies keinen Einfluss.
„Tree Society“ wird abwechselnd über eine unbestimmte Anzahl Runden mit je drei Phasen gespielt. In Phase eins wird eine Obstkarte gegen Münzen verkauft, in Phase zwei dürfen mit den Münzen Gildenkarten gekauft oder aufgewertet und in Phase drei eine neue Obstkarte vom Markt genommen werden.
In „Tree Society“ gibt es zwei unterschiedliche Orte zum Aufbewahren der Münzen, zum einen den Beutel und zum anderen die Schatzkiste. Zum Aufwerten und Kauf von Gildenkarten können nur Münzen aus dem Beutel verwendet werden. Am Ende eines Zuges werden Münzen im Beutel auf zwei reduziert und das Geld aus der Schatzkiste, das durch sonstige Effekte dort hineingelegt wurde, in den Beutel gelegt, so dass für die nächste Runde mehr Geld zur Verfügung steht.

Der Wert beim Verkauf einer Obstkarte richtet sich danach, wie häufig dieses Obst auf dem Markt und bei den anderen Personen ausliegt. Diese Münzen werden in den Beutel gelegt. Zusätzlich darf später der auf der verkauften Karte aufgedruckte Effekt ausgeführt werden. Dies kann beispielsweise ein zusätzlicher Verkauf oder eine Anzahl Münzen, die in die Schatzkiste gelegt werden, sein.
Die Gildenkarten sind den einzelnen Berufen zugeordnet und unterscheiden sich etwas in der Funktionsweise. Ihnen ist aber die Mechanik gleich, dass sie alle drei Stufen haben und jede Aufwertung Münzen kostet. Wird die dritte Stufe erreicht, so gilt die Karte als abgeschlossen und wird in ein separaten Bereich gelegt.

Das Erreichen einer Stufe, beim Ausspielen ist das die erste, geht meist einher mit einem Effekt und mehr Siegpunkten. Es gibt sofortige, anhaltende oder Spielende-Effekte, wie beispielsweise der Erhalt von Münzen, reduzierte Aufwertungskosten, Einkommen beim Verkauf bestimmter Obstsorten, Siegpunkte für bestimmte Obstkarten, aber auch negative Effekte, wie das Abwerfen einer Gildenkarte, was dafür aber mit besonders vielen Siegpunkten belohnt wird.

Das Spiel endet, sobald eine Person auf ihren abgeschlossenen Gildenkarten sechs oder mehr Hexagon-Symbole gesammelt hat. Die Runde wird zu Ende gespielt und es findet eine Schlusswertung statt. Dabei werden die Siegpunkte aller erreichten Stufen der Gildenkarten je Person zusammengezählt und wer die meisten Siegpunkte erreicht, gewinnt.

Der erste Eindruck von „Tree Society“ ist durchaus ansprechend. Ein hübsches Titelbild, der Einsatz von Holz beim Spielmaterial sowie ein interessantes Thema mit einer alternativen Lebensweise machen uns gleich neugierig.
Gut gefällt uns, dass auf den Einsatz von Plastik weitgehend verzichtet wird. Stattdessen werden zum Beispiel Papiertüten für das Spielmaterial verwendet. Dies ist nicht nur gut für den Planeten, sondern passt auch hervorragend zum Spielthema.

Leider wurde dieses aber nur halbherzig umgesetzt. Der Einsatz von Münzen steht im Widerspruch zum beschriebenen Tausch von Früchten. Da hilft es auch nicht, wenn diese grün bemalt sind. So verfliegt die thematische Tiefe dann leider doch wieder schnell und es bleibt der Eindruck, dass jedes Thema hätte verwendet werden können. Das ist natürlich ein Problem sehr vieler Spiele, und im vorliegenden Fall schafft zumindest die gelungene Präsentation es doch, einen ansprechenden Gesamteindruck zu hinterlassen.
Spielerisch bietet „Tree Society“ zwar keine besonders innovativen Spielmechanismen, kann aber mit geringem Regelumfang, spannenden Entscheidungen und belohnenden Spielzügen überzeugen. Die Herausforderung ist, die Effekte der Gildenkarten möglichst gut aufeinander abzustimmen und so effektive Kettenzüge zu ermöglichen. Besonders gut gefallen hat uns, dass alle Handkarten offen ausliegen und somit stets ersichtlich ist, wer von Entscheidungen profitieren wird. Der Wert des Obstes verändert sich dabei dynamisch. Es kann durchaus sein, dass andere vor uns die wertvollen Äpfel ausspielen und beim eigenen Zug sind sie schon deutlich weniger wert, da nun weniger im Spiel sind. Hier ist etwas Voraussicht wichtig.

In Summe hat uns „Tree Society“ gut gefallen, aber auch nicht umgehauen. Durch leichte Regeln und eine mittlere Spielzeit von etwa 45 Minuten bietet es sich als Absacker oder Eröffnungsspiel bei einem Spielabend an.

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