Test | Talisman, Die Magische Suche, 5.Edition - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
Wir schreiben das Jahr 2003. Der Herr der Ringe läuft im Kino und ich sitze mit Freunden am Tisch, versunken in der sechsten Stunde eines epischen Abenteuers der zweiten Edition „Talisman“.
Dass ich das Gefühl von damals nicht zurückbekomme, war mir beim Kauf der fünften Edition schon klar. Ehrlich gesagt habe ich sogar geglaubt, mir diese schöne Jugenderinnerung mit einem mechanisch schlecht gealterten Spiel etwas kaputtzumachen.

Doch die erste Partie war besser als erwartet. An den Regeln hat sich einiges getan. Daran, dass die Charaktere nicht ausbalanciert waren, ebenfalls. Viele frustrierende Elemente, die das Spiel damals unglaublich in die Länge gezogen haben, wurden angepasst oder sind weg.
Aber bei all der positiven Veränderung bleibt es ein Roll & Move-Spiel. Würfel, zieh nach vorne und schau, was passiert. Das ganze Spiel ist arm an Optionen. Vor allem, da einige Würfelwürfe tatsächlich zu Ergebnissen wie ‚Nichts passiert‘ führen. Ich versuche mein Glück beim Mystiker und ‚er ignoriert dich‘. Na danke.
Ich muss auch nicht aufpassen und dem Spielverlauf folgen. In den Zügen der anderen Personen kann ich ohnehin nicht viel tun. Also sitze ich herum, unterhalte mich und versuche, die Downtime herumzukriegen. Aber das ist auch nicht schlimm. Ehrlich gesagt, sogar gut. Ich habe das Spiel mit Nicht- bis Gelegenheitsspielern und -spielerinnen gespielt und alle damit eingefangen.

Ein Freund sagte mir, es wäre genau das, was er erwartet. Du bekommst Charakterentwicklung, Riesenschlangen, Oger, Zaubersprüche, Schwerter, Würfelkämpfe, Interaktion, Spannung und Abenteuer, ohne dabei irgendwann überfordert zu sein. Solange eine Person die Regeln kennt, ist es für den Rest des Tisches quasi Fantasy – „Mensch ärgere dich nicht“.
Durch die vielen Zufälle hat es das Potenzial, unendlich lange zu dauern. Und jede Partie hat auch zähe Phasen. Manche Personen können mit viel Pech schnell so abgehängt werden, dass das Gefühl aufkommt, der Fortschritt der anderen kann nicht mehr eingeholt werden.
Der „Talisman“, der heiligste aller Gegenstände, dessen Suche auf herkömmlichem Wege gerne mal eine Stunde dauern kann, kann auch einfach im Abenteuerstapel gefunden werden. Theoretisch auch im ersten Zug.

Was mich etwas gewundert hat, ist die Form der Marker für Stärke, Lebenspunkte und Talent. Es sind nämlich spitz zulaufende Kegel, die unmöglich zu greifen sind. Es macht sie leicht stapelbar, aber schon beim Auspacken hatte ich ein großes Fragezeichen über dem Kopf. Besonders hervorheben muss ich aber die Figurenqualität. Die ist für ein Brettspiel in diesem Preissegment sehr gut.
„Talisman“ ist in meinen Augen ein Evergreen. Ich kann es allen empfehlen, die nicht nach taktischer Tiefe suchen, sondern einfach ein paar Abenteuerkarten auf sich wirken lassen möchten. Es bietet genügend Raum, um nebenbei Bier zu trinken und den neuesten Klatsch auszutauschen. Es ist ein spannendes Hin und Her und es ist für das Fantasy-Genre extrem zugänglich.

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