Test | Die Trödler aus den Highlands
Der Bürgermeister von Cragganmore ist erzürnt. Es fehlen Vasen und Stühle für sein schon seit langem geplantes Festbankett! Und nur ihr als Trödler in den schottischen Highlands könnt die Aufgabe erfüllen, die unverzichtbaren Waren von einem Dorf zum anderen zu schaffen.

Das Spiel wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung hat dies keinen Einfluss!
Dein Weg zum Ruhm – oder zum Totalschaden!
Verteilt vor Spielbeginn die Trödelwaren zufällig, entsprechend der auf den Dörfern aufgedruckten Zahlen, teilt jeder Person ihre Startkarten aus und platziert eure Karren auf den gleichfarbigen Startdörfern. Bildet dann je einen Spielrunden- und einen Ablagestapel aus gemischten Trödelwunsch- und Kraftfutterkarten und bestimmt den Starttrödler.

Zu Beginn jeder Runde bildet der jeweilige Starttrödler „Spieleranzahl plus eins“ offene Trödlerstapel aus je vier Karten, aus denen mit dem linken Nachbarn beginnend und dann im Uhrzeigersinn Stapel ausgesucht und aufgenommen werden. Der verbleibende Stapel wird abgelegt. Anschließend werden, beginnend mit dem Starttrödler beliebig viele Karten ausgespielt und ausgeführt, bevor die nächste Person an die Reihe kommt.
Die Streckenkarten lassen die Trödler über die aufgedruckten Wege (Bergpfad, Brücke, Fähre, Moorweg) in Nachbardörfer ziehen, wo dann eine oder gegebenenfalls mehrere neue Trödelwaren aufgenommen werden können. Mit den Trödelwunschkarten dagegen, können Dörfer beliefert werden, in denen sich aktuell kein Trödel befindet. Die Kraftfutterkarten gelten als Joker, mit denen beliebige Strecken genutzt, zusätzlicher Trödel aufgenommen oder fehlender Trödel einer Wunschkarte ersetzt werden kann.

Der Nachteil dieses mächtigen Kraftfutters ist jedoch, dass sie nicht wieder in den Ablagestapel gemischt, sondern zusammen mit den erfüllten Trödelwunschkarten in die persönlichen Wertstapel gelegt werden. Der Trödler, der am Spielende das meiste Kraftfutter verwendet und Waren behalten hat, verliert das Spiel, da er seinen Karren überlastet und somit einen Totalschaden erlitten hat. Alle anderen zählen ihre Trödelpunkte und verbliebenen Waren zusammen. Der Trödler mit dem höchsten Gesamtergebnis gewinnt das Spiel.
Im ersten Eindruck wirkt „Die Trödler aus den Highlands“ wie ein unproblematisches Einsteigerspiel: Ein paar Karten ausspielen, Trödel einsammeln und für Siegpunkte wieder ausliefern. Doch dann erkennt man schnell, dass es gar nicht so einfach ist, sich die Karten in den Stapeln zu merken und man auch nicht immer, die so dringend benötigten Karten in den Stapeln vorfindet, aus denen man noch auswählen kann.

Dieser Glücksanteil des Spiels kann schnell zu Frust führen, aber auch die Tatsache, dass einem die anderen, immer mal wieder benötigte Waren vor der Nase wegschnappen oder das geplante Zieldorf mit ihrem Trödel überschwemmen, selbst wenn dies nicht mit böser Absicht, sondern rein zufällig passiert, kann das den Spielspaß schon beeinträchtigen. So kann es passieren, dass man mehrere Runden nur mit dem Sammeln von Gegenständen verbringt, bevor man dann endlich die erste Trödelwunschkarte erfüllen kann.
Ist diese Einstiegshürde erstmal genommen und hat man verstanden, dass die Planung der kommenden Züge eher einer Verbreiterung der eigenen Optionen, statt eines detaillierten Spielablaufs gleichkommt, ergeben sich mitunter auch Kettenzüge, in denen man in einem Durchgang sowohl Trödel einsammeln als auch im gleichen Dorf ausliefern kann.
Allerdings muss man auch feststellen, dass sich aufgrund des bei Spielbeginn zufällig verteilten Trödels und der hohen Varianz bei der Zusammenstellung der Trödlerstapel, stets ein gleiches, glücksbasiertes Spielerlebnis einstellt, welches keine gefühlte Verbesserung der eigenen Spielkompetenz zulässt. Die Spieldauer ist mit maximal 45 Minuten für ein Spiel mit derartigem Glücksanteil aber gut gewählt und wird auch nur bei Personen mit hohem Grübelanteil überhaupt erreicht.

Das Spielmaterial besteht aus individuell geformten Holzteilen, welche die sechs verschiedenen Typen von Trödelwaren sowie die vier Karren der Händler darstellen, einem Stapel hochwertiger Spielkarten und einem Spielplan aus dicker Pappe. Leider ist dieses Spielmaterial in einer völlig überdimensionierten Schachtel in Standardgröße untergebracht, welche selbst für die Größe des zusammengefalteten Spielplans in keiner Weise benötigt wird. Andererseits ist die Anleitung des Spiels unnötigerweise so lang geschnitten, dass sie nur im gebogenen Zustand in der Schachtel Platz findet.
„Die Trödler aus den Highlands“ ist meiner Meinung nach gut für Gelegenheitsspieler auf Familienniveau geeignet, die sowohl mit hohem Glücksanteil als auch kurzen Frustmomenten gut umgehen können. Wer dagegen auf strategische Planungen und optimierte Spielzüge Wert legt, sollte lieber zu einem anderen Spiel greifen.

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