Test | Cook Islands - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

Auf den Spuren von Carcassonne?
Beim Material fallen insbesondere das Coverbild und das Spielbrett aus hochwertiger doppellagiger Pappe positiv auf. Das restliche Material und die Gestaltung sind einfach gehalten, sprechen aber an. Die Rückseite der Schachtel verspricht „ein neues Brettspiel-Highlight vom Erfolgsautor des Legespiel-Klassikers Carcassonne“. Große Fußstapfen wollen gefüllt werden, hier wurde sich sprichwörtlich weit ins Wasser gewagt.
Kann sich das Spiel mit Carcassonne messen? Die Antwort ist ein klares Jein, denn abgesehen vom Spielmechanismus „Plättchen legen, Dinge passieren“ hat „Cook Islands“ nicht viel Ähnlichkeit mit Carcassonne. Aber das ist auch gut so, denn schließlich soll es für sich selbst stehen – was ihm trotz Schwächen auch gelingt.
Je nach Anzahl der Spielenden schwankt „Cook Islands“ zwischen einem gemütlichen Gemeinschaftserlebnis und einem Optimierungsduell mit gegenseitigem Ärgerfaktor. Da bei vier Spielenden viele Plättchen gelegt und aufgedeckt werden, sind die Züge wenig vorausplanbar. Während ich noch schaue, wo ich den besten Aktionspunktebonus bekomme, hetzen meine Mitspielenden mir Piraten auf den Hals oder besiedeln den letzten freien Platz auf der Bananeninsel. Manchmal lassen sich zwar die Züge der Gegner erahnen, insgesamt wird aber einfach aus dem Gegebenen das Beste gemacht.
Zu zweit gestaltet sich das Spiel strategischer, bei allen Varianten gibt dennoch vorrangig das Glück den Ton an: Ziehe ich immer Plättchen für eine ungewollte Spalte oder bekomme keinen Aktionspunktebonus, kann ich daran wenig ändern. Abgesehen vom unterschiedlichen Aufbau der Karte variieren die Partien im Ablauf wenig, übergeordnete Strategien lassen sich nicht planen. Das gestaltet das Spielerlebnis allerdings auch entspannt, da sich die Spielenden nicht in Möglichkeiten verlieren oder über Fehler grämen.
Das Spiel ist schnell gelernt, lässt sich in zwei Minuten aufbauen und braucht je nach Personenzahl und Regelkenntnissen zwischen 35 Minuten bei zwei Personen und 75 Minuten bei vier Personen, sodass sich Niederlagen auch schnell wieder überwinden lassen. (Und zur Not wird´s halt auf´s notorische Pech geschoben.)

Kurz und knapp: Eine Seefahrt mit Wellengang
Während ich mich bei der ersten Partie noch durch die Spaltenvorgabe der Plättchen begrenzt fühle, verstehe ich in Folgerunden die Stärke dieser Entscheidung: Keiner muss lange nachdenken. Die Züge sind je nach Personenzahl mehr oder weniger planbar, was zu unterschiedlich kompetitiven Spielerlebnissen führt. Der Glücksfaktor durch die Aktionspunkte und die Plättchen ist dabei gleichzeitig Fluch und Segen, Hochgefühle kommen und brechen mit den Wellen.
Insgesamt ist „Cook Islands“ ein schönes Familienspiel mit einer Balance aus Glück, Optimierung und kleinem Ärgerfaktor, das sich schnell zwischendurch spielen lässt. In Zukunft wird es also noch ein paar Mal heißen: Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön ...
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Tags: Familienspiel, Wettrennen, Teile Platzieren



