Test | Wundersame Wesen
Durch Zufall entdeckt ihr mit eurem Segelschiff eine Insel voller verrückter Kreaturen. Eine komplett neue, unbekannte Fauna entfaltet sich vor euren Augen. Alles wirkt wie die Jules-Verne-Variante von Pokemon - ein unberührtes Paradies. Schnapp sie dir alle und sammle die exotischsten Wesen in deinem Reservat.

Das Spiel wurde gekauft. Auf die Wertung hat dies keinen Einfluss!
Worum geht es in dem Spiel?
„Wundersame Wesen“ ist ein klassisches Euro Game, bei dem es darum geht, die meisten Siegpunkte zu machen, indem Ressourcen ausgegeben werden, um verschiedene Kreaturen ins eigene Reservat zu locken.
Zu Beginn kann sich jeder Spieler einen Kapitän mit individueller Fähigkeit auswählen. Dazu gibt es einen passenden magnetischen Meeple, der auf eines der drei Reittiere gesetzt werden kann, die wir auf dem Spielplan einsetzen, um Ressourcen zu sammeln.

Das besondere hier ist, dass unsere Reittiere so groß sind, dass sie immer zwei Hexfelder auf dem großen Spielplan besetzen. Bei jedem Lebensraum, der an das Reittier angrenzt, muss die Entscheidung getroffen werden, ob es eine Ressource sein soll, oder eine Karte mit einem Wesen des zugehörigen Lebensraums aus der Auslage.
Handkarten kosten Ressourcen und kommen ins persönliche Reservat. Jedes Wesen hat einen Effekt, der entweder sofort oder zu einem anderen Zeitpunkt ausgelöst wird.
Auf dem Spielplan können auch Eier eingesammelt werden, die, wie auch die Wesen, zu einer von sieben Spezies gehören. Errungenschaftskarten fordern eine bestimmte Anzahl einer oder zwei Spezies und bringen viele Siegpunkte. Eier müssen zum Erfüllen allerdings ausgebrütet werden und sind erst einmal verbraucht.

Wer seine erste Errungenschaft erhält, schaltet die Fähigkeit seines Kapitäns frei. Diese wird beim Einsetzen des Reittiers mit dem Kapitänsmeeple ausgelöst. Sind alle Reittiere eingesetzt, kann regeneriert werden und wie bei jedem anderen Worker Placer kommen alle Arbeiter wieder zurück.
Für Errungenschaften gibt es Pokale und sind alle Pokale vom Feld endet das Spiel und es wird ausgezählt.
„Wundersame Wesen“ erschlägt einen erst einmal mit einer Menge an Möglichkeiten.
Das wesentliche Element sind die Wesenkarten. Der Rest ist klassisches Worker Placement. Es fühlt sich nicht neu an, doch es ist eine wunderbare Komposition. Wie „Flügelschlag“ besticht es durch die Thematik und wie „Everdell“ durch die Optik und das Material. „Wundersame Wesen“ vereint das alles in sich und fühlt sich von den schick bedruckten Holzmeeple bis zur krassen Kombokette einfach nur angenehm an.

Es macht Spaß, die wirklich toll illustrierten Karten zu einer Engine zusammen zu basteln. Obwohl ich auch schon eine Partie hatte, in der ich fast zu 100% mit Soforteffekten gearbeitet habe. Sich durch die Effekte zu hangeln und alles miteinander zu verketten, funktioniert hier einfach super.
Durch die verschiedenen Kapitäne, wechselnde Errungenschaften und Wesen bietet es genug Abwechslung. Abwechslungsreich sind auch die Illustrationen. Jedes Wesen hat ein eigenes Artwork bekommen. Aber nicht nur dort ist viel Liebe hineingeflossen. Alle Kapitäne haben eigene Meeple und jede Spielerfarbe hat eigene bedruckte Reittiere. Die Fülle an verschiedenen Artworks, das großartige Material und die gut verzahnten Mechaniken machen das Spiel wirklich herausragend.
Die Anleitung ist ausführlich, leicht verständlich durch viele Beispiele, besitzt ein Glossar, das wirklich hilft und eine kurze Zusammenfassung auf der Rückseite. Ich glaube ich habe noch nie eine so gute Anleitung gelesen. Alles zusammengenommen ist es ein echtes Designwunder.

Es bewegt sich am oberen Kennerrand und lockt mich immer wieder dazu mich dieser Herausforderung zu stellen, einfach, weil es so einladend ist. Besonders die Thematik holt mich voll ab. Doch lasst Euch von den teils niedlichen Bildchen nicht blenden, es ist eine komplexe Aufgabe alle Wesen im Blick zu haben und gekonnt zusammen zu stellen. Jede Runde warten neue Grübeleien, weil die gemeinsame Auslage oft wechselt.
Das führt auch dazu, dass jede Runde eine neue Überraschung werden kann. Es ist kein starres Strategiespiel, bei dem ich fünf Runden vorausplanen kann, sondern oft ein Reagieren auf die momentane Situation. Das hält auch eine längere Partie spannend und abwechslungsreich. In einem Spiel zu zweit kann auch mal die Hälfte der Karten durchgespielt werden.
Zwei Spieler scheint mir auch die beste Besetzung zu sein. Die Downtime kann doch schon ziemlich lang werden, gerade in den späteren Runden. Wenn zehn Effekte nacheinander einen Zug ergeben, der einfach ein paar Minuten dauert, möchte ich das nicht drei Mal haben, bis ich wieder dran bin. Gerade weil der Optionsreichtum zur Analyseparalyse einlädt.

Dennoch ist ein wenig Zeit zum Nachdenken manchmal auch nicht schlecht. Es ist eins dieser Euro Games, bei dem mich die kaum vorhandene Interaktion auch nicht stört, weil ich ohnehin so versunken in meine eigene Puzzleaufgabe bin, dass ich das Spiel der anderen kaum im Blick haben kann.
Ich kann „Wundersame Wesen“ fast uneingeschränkt empfehlen. Einzig die Komplexität könnte bei Gelegenheitsspielern wohl eine Hürde darstellen, aber es ist auch keine Raketenwissenschaft. Es hat fantastisches Material, grandiose Artworks, einen spannenden Spielverlauf, funktioniert super zu zweit und lädt einfach zum Spaß haben ein. Diese Perle darf auf jeden Fall in meiner Sammlung bleiben.
Welche Erfahrungen hast du mit diesem Spiel gemacht
oder hast du noch Fragen zu diesem oder anderen Spielen?
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Bilder zum Spiel
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Tags: Worker Placement, Kennerspiel, Enginebuilder





