Test | Wundersame Wesen - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
„Wundersame Wesen“ erschlägt einen erst einmal mit einer Menge an Möglichkeiten.
Das wesentliche Element sind die Wesenkarten. Der Rest ist klassisches Worker Placement. Es fühlt sich nicht neu an, doch es ist eine wunderbare Komposition. Wie „Flügelschlag“ besticht es durch die Thematik und wie „Everdell“ durch die Optik und das Material. „Wundersame Wesen“ vereint das alles in sich und fühlt sich von den schick bedruckten Holzmeeple bis zur krassen Kombokette einfach nur angenehm an.

Es macht Spaß, die wirklich toll illustrierten Karten zu einer Engine zusammen zu basteln. Obwohl ich auch schon eine Partie hatte, in der ich fast zu 100% mit Soforteffekten gearbeitet habe. Sich durch die Effekte zu hangeln und alles miteinander zu verketten, funktioniert hier einfach super.
Durch die verschiedenen Kapitäne, wechselnde Errungenschaften und Wesen bietet es genug Abwechslung. Abwechslungsreich sind auch die Illustrationen. Jedes Wesen hat ein eigenes Artwork bekommen. Aber nicht nur dort ist viel Liebe hineingeflossen. Alle Kapitäne haben eigene Meeple und jede Spielerfarbe hat eigene bedruckte Reittiere. Die Fülle an verschiedenen Artworks, das großartige Material und die gut verzahnten Mechaniken machen das Spiel wirklich herausragend.
Die Anleitung ist ausführlich, leicht verständlich durch viele Beispiele, besitzt ein Glossar, das wirklich hilft und eine kurze Zusammenfassung auf der Rückseite. Ich glaube ich habe noch nie eine so gute Anleitung gelesen. Alles zusammengenommen ist es ein echtes Designwunder.

Es bewegt sich am oberen Kennerrand und lockt mich immer wieder dazu mich dieser Herausforderung zu stellen, einfach, weil es so einladend ist. Besonders die Thematik holt mich voll ab. Doch lasst Euch von den teils niedlichen Bildchen nicht blenden, es ist eine komplexe Aufgabe alle Wesen im Blick zu haben und gekonnt zusammen zu stellen. Jede Runde warten neue Grübeleien, weil die gemeinsame Auslage oft wechselt.
Das führt auch dazu, dass jede Runde eine neue Überraschung werden kann. Es ist kein starres Strategiespiel, bei dem ich fünf Runden vorausplanen kann, sondern oft ein Reagieren auf die momentane Situation. Das hält auch eine längere Partie spannend und abwechslungsreich. In einem Spiel zu zweit kann auch mal die Hälfte der Karten durchgespielt werden.
Zwei Spieler scheint mir auch die beste Besetzung zu sein. Die Downtime kann doch schon ziemlich lang werden, gerade in den späteren Runden. Wenn zehn Effekte nacheinander einen Zug ergeben, der einfach ein paar Minuten dauert, möchte ich das nicht drei Mal haben, bis ich wieder dran bin. Gerade weil der Optionsreichtum zur Analyseparalyse einlädt.

Dennoch ist ein wenig Zeit zum Nachdenken manchmal auch nicht schlecht. Es ist eins dieser Euro Games, bei dem mich die kaum vorhandene Interaktion auch nicht stört, weil ich ohnehin so versunken in meine eigene Puzzleaufgabe bin, dass ich das Spiel der anderen kaum im Blick haben kann.
Ich kann „Wundersame Wesen“ fast uneingeschränkt empfehlen. Einzig die Komplexität könnte bei Gelegenheitsspielern wohl eine Hürde darstellen, aber es ist auch keine Raketenwissenschaft. Es hat fantastisches Material, grandiose Artworks, einen spannenden Spielverlauf, funktioniert super zu zweit und lädt einfach zum Spaß haben ein. Diese Perle darf auf jeden Fall in meiner Sammlung bleiben.
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Bilder zum Spiel
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Tags: Worker Placement, Kennerspiel, Enginebuilder






