Test | Tea Garden - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
"Tea Garden" ist ein Kennerspiel des talentierten Tomáš Holek, der für die größten tschechischen Verlage seiner Heimat arbeitet. Sicher habt ihr schon von seinen anderen Titeln "SETI" und "Galileo Galilei" gehört, die ebenfalls 2024 veröffentlicht wurden. Aber heute haben wir "Tea Garden" auf dem Tisch. Also schnell einen Earl Grey aufgesetzt und los geht's.
Das Regelwerk "Tea Garden" erstreckt sich über 12 Seiten im DIN A4 Format. Ein Glossar und eine ausführliche Symbolerklärung runden das Regelwerk ab. Dem Spiel liegt sowohl ein deutsches als auch ein englisches Regelwerk bei. Abgesehen vom Regelwerk sind jedoch alle Spielkomponenten sprachneutral. Spielhilfen mit einer kurzen Zusammenfassung des Spielablaufs erleichtern den Einstieg in das Spiel.
Die Spielkarten und die Spielertableaus haben eine angemessene Kartonstärke. Die Marker für die Pagoden und die Arbeiter sehen sehr schön aus und sind sogar bedruckt. "Tea Garden" hat einen eigenen wunderschönen Illustrationsstil und die Symbolsprache ist eindeutig. Das ganze Spiel hat einfach eine tolle Tischpräsenz und auch das Cover gefällt mir sehr gut.

Die Schlüsselelemente des Spiels sind Deck-Building und Worker-Placement, aber der faszinierendste Teil ist wahrscheinlich das Ressourcenmanagement mit den Teeblättern. Besonders gefallen hat mir auch die Strategievielfalt, die Tea Garden bietet. Bei diesem Spiel gibt es nicht die eine Strategie, die allen anderen überlegen ist. Flexibilität ist das Stichwort. Durch die Karten, die wir kaufen können, müssen wir unsere Strategie oft anpassen. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich nicht weiterkomme. Es gibt immer Aktionen, die es sich zu spielen lohnt. Auch die Entscheidung, ob eine vierte Aktion sein muss, ist spannend.
Das klassische Deckbuilding-Prinzip, neue starke Karten zu kaufen und das Deck von überflüssigen Karten zu befreien, funktioniert sehr gut, zumal die neuen Karten direkt auf die Hand wandern. Nicht gespielte Karten werden in die nächste Runde mitgenommen. Es werden immer vier Karten nachgezogen. So können wir uns Karten für eine starke nächste Runde aufsparen.
Ich finde den Fermentationsprozess mechanisch und thematisch sehr gut. Unfermentierter Tee verliert an Qualität und fermentierter Tee wird besser - ganz einfach gelöst.
Obwohl ich ein Rezensionsexemplar bewerte, möchte ich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis eingehen. Das Spiel kostet ungefähr 45 Euro. Ich finde den Preis für das Spiel absolut fair.
Durch die Vielzahl der Möglichkeiten in der Aktionsphase gerät man schnell in die bekannte Analyse-Paralyse-Falle. Das geht im Spiel zu zweit noch in Ordnung, kann aber in Maximalbesetzung ausarten und leicht zu über 120 Minuten Spielzeit führen. Finde ich eigentlich etwas zu lang.

Die Interaktion zwischen den Parteien ist eher indirekt. Wir schnappen uns Regionen und Karten vor den anderen Spielern. Aber wir sabotieren die Gärten nicht in Form von Nimm-das-Aktionen. Im Spiel zu viert ist "Tea Garden" sicher am dynamischsten, da mehr Personen Karten kaufen und Regionen besetzen. Zu zweit spielt es sich eher solitär. Oft gibt es bei Spielen Anpassungen des Spielaufbaus in Abhängigkeit von der Spielerzahl. Das ist hier nicht der Fall. Eine Designentscheidung, die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Ich habe jetzt mehr als zehn Runden "Tea Garden" gespielt und es macht mir immer noch Spaß. Ich kann das Spiel jedem empfehlen, der gute Eurogames mit schön ineinandergreifenden Mechanismen mag. Es ist sicher auch ein gutes Spiel für den Schritt vom Familienspiel zum Kennerspiel.

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Bilder zum Spiel
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