Test | The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
Zur Konsole
Ich habe die Schachtel aufgemacht, das Brett aufgeklappt, wollte die Konsole einstöpseln und es ging nicht. Es ist kein Netzstecker mit dabei. Nur ein Kabel, aber kein Ladegerät. Also nehme ich das meines Handys. Los gehts! Ich starte die Konsole und sie macht ein Update. Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Ich verbinde den Würfel mit der Konsole und der Würfel macht ein Update. Nach einer weiteren Pause frage ich mich, was ich als nächstes tun soll.
Ich durchsuche die Kartons und finde eine Anleitung für die Konsole. Außerdem finde ich einen Hinweis, dass ich die „The Bad Karmas“-App herunterladen muss. Das tue ich auf einem Tablet und meinem Handy. Von der Anleitung für das Spiel fehlt jede Spur.

Ich starte die App und das Tablet verbindet sich automatisch mit der Konsole. Der Würfel wird nach einem kurzen Schütteln ebenfalls als verbunden angezeigt. Da ich immer noch nicht weiß, wie das Spiel funktioniert, starte ich das Tutorial. Ich werde aufgefordert, die Bossminiatur in den LED-Ring zu stecken. Den muss ich vorher aber noch aufladen.
Ich spiele das Tutorial bis zu dem Punkt, an dem ich würfeln muss. Das Würfelergebnis wird nicht erkannt, auch nach vielen Wiederholungen nicht. Ich starte alles neu und lande bei dem gleichen Problem. Auf der Herstellerseite finde ich den Hinweis, dass ich die Würfelgeschwindigkeit neu kalibrieren muss. Was auch sonst? Danach konnte ich endlich das Spiel starten.
Wenn alles geladen und geupdatet ist, funktioniert die Technik nahezu einwandfrei. Würfelwürfe werden direkt erkannt, der LED-Ring leuchtet schön, die App spielt Hintergrundmusik und alles funktioniert, wie es soll.

Ab und an reißt mal die Verbindung von einem Gerät zur Konsole ab, aber das lässt sich schnell wieder herrichten. Ein anderes Problem war, dass an einem Abend ein Mitspieler die App auf seinem Handy nicht zum Laufen bekommen hat. Das kann ich nicht der Konsole in die Schuhe schieben, aber es war eine weitere Hürde, die mir die Technik stellte.
Wenn ich das Spiel mit vier Personen spielen möchte, dann sind es im Idealfall vier Handys, ein Tablet, der LED-Ring und der Würfel, welche alle geladen sein müssen. Das sind so viele potenzielle Fehlerquellen, die dafür sorgen können, dass der Spieleabend ins Wasser fällt.
Zum Spiel
Meine ersten Partien haben mich positiv überrascht. Es war äußerst befremdlich, ein Spiel zu starten, ohne vorher eine Anleitung gelesen zu haben. Doch der Wurf ins kalte Wasser war super. Hier steht ein gigantischer Gegner, nun versuche herauszufinden, wie du ihn erledigen kannst. Das ist viel Try and Error, aber das hat auch irgendwie das Gefühl hervorgerufen, als würde ich gerade ein Video- und kein Brettspiel spielen.
Die Verwaltung ist sehr leicht, da ich einfach nur dem folge, was mir auf dem Hauptgerät angezeigt wird. Es fliegen keine Marker oder Karten herum. Dadurch bekommt das Spiel Tempo und erhält meine Konzentration aufrecht. Die Steuerung durch das eigene Handy macht auch Spaß und klappt gut. Es werden kleine Erinnerungen angezeigt, wenn kritischer Schaden möglich ist und alle Modifikatoren werden automatisch verrechnet.

Die verschiedenen Zodiacs bieten ein wenig Abwechslung. Sie bringen ihren eigenen Spieplan, Geländestücke und Verhaltensweisen mit. Was sich variantenreich anhört, wird doch schnell repetitiv, weil es im Kern immer wieder das gleiche ist. Mehrere Gefechte hat es gedauert, bis ich endlich den Bogen raus hatte, wie ich die einzelnen Charaktere spielen muss und wie ich die Zodiacs besiege. Die Kampagne bringt dann noch eine interessante Charakterentwicklung mit und ein bisschen Story.
Nach einiger Zeit fühlte sich das Spielprinzip dennoch zu seicht an. Ich muss kein Mana verwalten, um meine Attacken bezahlen zu können, auf meine Munition aufpassen oder irgendetwas anderes im Blick haben als das immer wiederkehrende Abhandeln von Attacken.
Zum Abschluss
Es fehlte absolut der Wow-Effekt. Es ist schon beeindruckend, wie das Würfelergebnis auf einmal auf dem Tablet erscheint, aber schnell verliert auch das seinen Zauber. Dann ist die Technik wiederum nicht beeindruckend genug, als dass sie über das Spielkonzept von „The Bad Karmas“ hinwegtäuschen würde. Wenn ich jede Aktion einmal gespielt habe, ist auch schnell die Luft raus.

Zudem kommt, dass das Spiel nichts tut, dass ich nicht mit Karten und Pappmarkern auch hinbekommen könnte. Sicher wäre das umständlicher, aber „Teburu“ erschließt da auch kein Terrain, das ansonsten unbetretbar wäre. Hätten ein elektronischer Würfel und ein leuchtender LED-Ring die zweite Edition von „Villen des Wahnsinns“ besser gemacht? Ich denke nicht. Wenn die Konsole da etwas leisten würde, das weit außerhalb meiner Fähigkeiten als Spieler liegt, wäre ich eher geneigt, mich weiter mit ihr zu beschäftigen.
Die Konsole liegt bei 119,99€ UVP und „The Bad Karmas“ bei 129,99€ UVP. Das ist ein Investment von 249,98€ für einen Boss Battler, der sich etwas leichter verwalten lässt. Bei Preis-Leistung schneidet „The Bad Karmas“ eher schlecht ab.
Ich hatte sehr viel Hoffnung, aber ich denke, die Revolution der Brettspielwelt wird nicht von „Teburu“ angeführt. Es war eine neue Erfahrung, doch die lockt mich noch nicht komplett aus meiner Welt aus Pappe.

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Bilder zum Spiel
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