Test | Auf wilden Wegen - ein Spiel, das begeistert - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
Wenn ich mir den kleinen Froschmagier auf der Schachtel ansehe, dann ist das der Aufforderungscharakter, den ich auf einem Cover sehen möchte. Es ist abseits von dem, was ich als eine dynamische Actionszene bezeichnen würde, aber es versprüht dennoch diesen Anreiz, dem Frosch hinterherzulaufen und zu schauen, was da auf einen wartet.
Diesem Impuls folgend bekam ich ein Spiel präsentiert, das dieses Setting, diese Thematik und diese Grafik so gut in einen funktionierenden Spielmechanismus verbaut hat, dass es mich sehr schnell hineinsaugte.

Die drei Basisaktionen auf den Häusern geben eine gute Orientierung für den Anfang, bis die ersten Karten liegen und sich die ersten Kombinationen bilden. Ein zentrales Element des Spiels ist der Verbrauch. Dorfbewohner verlieren ihren Proviant, Ausrüstungen verlieren ihre Vorräte. Karten sind nicht für immer da, sondern kommen und gehen. Diese Fluktuation sorgt dafür, dass das Spiel nie über ein gewisses Level an Komplexität hinausgeht.
Es ist ein Engine-Builder, aber ich baue nicht nur eine Maschinerie, die ich das ganze Spiel über erweitere. Immer wieder fallen Teile weg und ich muss sie ersetzen. Dabei fühlt es sich aber nie nach Verlust an, denn die Karten wandern ja dahin, wo sie ohnehin landen sollen, nämlich auf den Punktestapel.
So ist es eine Reise, bei der ich Abschnitte hinter mir lasse, um neue zu erkunden. Besonders, da dies noch durch das tatsächliche Reisen auf dem Spielplan untermalt wird. Es ist eine grandiose Ergänzung zu dem Spielen von Karten und bietet immer noch eine zusätzliche Option, sodass sich Züge nie leer anfühlen, auch wenn die eigene Kartenhand gerade nichts zu bieten hat.

Nichts in diesem Spiel fühlt sich jemals leer an. Jede Aktion ist Belohnung, sogar dass mein Mitspieler die Vorräte von meiner eigenen Ausrüstung abstauben kann, bringt mich näher an den guten Effekt der Karte.
Was ich für einen wirklich klugen Einfall halte, ist es, „Ohne Memory“ als Variante in die Anleitung zu setzen. Soll heißen, dass ihr eure verstauten Karten jederzeit anschauen könnt. Diese Option nicht zu haben, den eigenen Punktestapel durchsehen zu können, bei dieser Art der Wertung, sorgt dafür, dass ich unfähig bin mitzuzählen. Ähnlich wie eine Wall of Complexity fördert es ein lockeres Entscheiden und damit einen guten Spielfluss. Auch wenn es viel zu beachten gibt, viele Karteneffekte unterschiedlich genutzt werden können, begebe ich mich doch lieber auf den wilden Weg zu schauen was passiert. Es ist permanent angenehmer Fortschritt.
Es ist diese Mixtur aus hervorragender Spielmechanik und dieser freundlich gestalteten Welt, die bei mir so ein wohliges Gefühl beim Spielen auslöst. Es ist fordernd, aber zu keinem Zeitpunkt anstrengend. Vom ersten Schritt auf dem Plan bis zum Erklimmen der „schrecklich hohen Berge“ fühlt es sich schön an.

Außer es wird die Herbstseite des Plans mit dem Nachrichten-Deck gespielt. Auf der Herbstseite fordern einige Wege Münzen oder Karten, und das Nachrichten-Deck enthält Karten, die erst einmal gar keinen positiven Einfluss auf das Spiel haben. Es muss mehr kombiniert werden, das Spiel verläuft etwas behäbiger, ist weniger belohnend und schwieriger. Ich hatte das Gefühl, dass der Charakter des Spiels darunter eher leidet.
„Auf Wilden Wegen“ hat mich schwer begeistert. Ein Spiel, das ich nahezu uneingeschränkt empfehlen kann, solange sich einfache Kennerspiele zugetraut werden. Ich würde mal behaupten „7 Wonders Duel“ kann sich warm anziehen.

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Tags: Kennerspiel, Engine Builder, 2 Personen



