Test | Space Bureau - Nur eine Träne entfernt vom Hyperspace - Fazit, Wertung & Bilder
“Space Bureau” versucht, uns bereits mit seiner Anleitung thematisch in seinen Bann zu ziehen. Hier wird uns ein Assistent zur Seite gestellt, der in einem Textnachrichtenmonolog die Spielregeln atmosphärisch untermalt und zusammen mit der heldenhaften Inszenierung der bunt und schräg dreinblickenden Handelsagenten die Szenerie für das Spiel zeichnet.
Das Regelheft bleibt dabei inhaltlich verständlich und bietet mit zahlreichen Beispielen zu einzelnen Spielaspekten einen leichten und schnellen Zugang zum Spiel. Der Spielaufbau geht ebenso leicht von der Hand und die Spielzeit bleibt in dem gesetzten Rahmen von 60 Minuten.

Das Erkunden neuer Planeten bereitet in den ersten Partien Spaß und fühlt sich mit der Ausschüttung von Soforteffekten belohnend an. Aufgrund der geringen Vielfalt an Planetensystemen verblasst die in der Anleitung liebevoll inszenierte Welt jedoch schnell und damit unsere Neugier am Erkunden der Galaxie.
Insgesamt ist das Thema durch die Optik und Spielmechanik spürbar, jedoch stößt sich dies mit den Erwartungen, die der Titel “Space Bureau” vermuten lässt. Das Spielgefühl wird durch das Erkunden der Galaxie und den Aufbau eines Handelsnetzwerkes dominiert, während das “Space Bureau” auf eine Bonusleiste heruntergebrochen wird, welche in der gezeichneten Welt eher aufgesetzt und sperrig wirkt. So konnten wir uns trotz der liebevoll gestalteten Atmosphäre nicht ganz mit der Rolle als neuer Mitarbeiter für das “Space Bureau” identifizieren.

Der Mechanismus zur Aktionsauswahl bietet einen dynamischen Entscheidungsraum, der nicht überfordert, aber zugleich durch das Platzieren der Handelsagenten Runde für Runde angepasst und gelenkt werden kann. Der darin zu investierende Planungsaufwand ist dabei überschaubar, da bei geschicktem Platzieren der Agenten in der Regel genügend Aktionsfelder und damit ausreichend Aktionsspielraum zur Verfügung stehen. Die Ikonographie auf den Aktions- und Hexfeldern bleibt dabei deutlich und fördert den schnellen Spielfluss.
Das Spielgefühl ist aufgrund fehlender Interaktion stark solitär und wirkt nach einigen Partien leider etwas eintönig, da wir immer wieder die gleiche Sequenz an Aktionen durchlaufen - Erkunden, Ressourcen sammeln, Agenten absetzen und Treibstoff tanken, um das Ganze erneut von vorn zu beginnen. Eine Spieltiefe lässt “Space Bureau” leider vermissen, da es keine Strategien gibt, die nicht diesem Schema folgen und es im Wesentlichen immer wieder auf ein Balancieren der unterschiedlichen Handelsagenten und der dazu passenden Alienware hinausläuft. Die zusätzlichen Module in Form von asymmetrischen Spielertableaus und Startfähigkeiten bringen zwar Varianz und eine strategische Ausrichtung mit, schaffen es unserer Meinung nach jedoch nicht, das eintönige Spielgefühl aufzufrischen oder gar mehr Spieltiefe zu erzeugen.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt und Spaß an solitären Spielen mit einfachem Zugang und einem interessanten Aktionsauswahlmechanismus findet, kann sich in der Welt von “Space Bureau” frei entfalten. Dabei besticht das Spiel vor allem durch seine charmante Optik, den einfachen Zugang und die kurze Spielzeit.

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